BILLY TALENT live@Düsseldorf

(09.10.2012, Düsseldorf, Ex-Philipshalle) Billy Talent in Düsseldorf, das klingt fast nach einem Heimspiel und genau in diesem Sinne soll der Abend auch verlaufen. Denn es gilt, dem Publikum das Material des neuen Materail vorzustellen. „Dead Silence“ ist das Album Nummer vier der sympathischen Kanadier und dementsprechend gestalten sie die gut 75 Minuten lange Show auch: abgeklärt, unterhaltend und souverän.

Doch bevor Billy Talent auf der Bühne stehen dürfen ihre Landsleute von Arkells den Abend eröffnen. Eine halbe Stunde präsentieren die Jungs groben Alternative-Rock, der beim anwesenden Publikum gut ankommt.  Mit Anti-Flag stehen nicht nur „alte Hasen“ auf der Bühne, sondern auch der zweite Support an diesem Abend. 45 Minuten hat die Band aus Pittsburgh Zeit und heizt mit „The Press Corpse“ und „This Is The End (For You My Friend)“ ordentlich ein. Die ersten Circle-Pits und Kreislaufkollapse entstehen und Anti-Flag zeigen, warum sie seit Jahren zu den besten Punkbands gehören. Mit dem obligatorischen „Cities Burns“ verabschieden sich Anti-Flag schweißdurchträgt, hinterlassen überall zufriedene Gesichter und dürfen bestimmt den ein oder anderen neuen Fan für sich gewonnen haben. 

Die renovierte,  extrem dicht gefüllte ehemalige Philipshalle erweist sich einmal mehr als eine der besten Konzertörtlichkeiten Düsseldorfs, so dass die Auftauphase vor und auf der Bühne relativ schnell überwunden ist. Wie auf „Dead Silence“ startet auch der Abend mit „Lonely Road to Absolution“ und dem drauffolgenden „Viking Death March“. Das Bühnenverhalten von Sänger Ben Kowalewicz und Konsorten ist nach wie vor gleichgeblieben, die Ansagen und Späßchen lassen die Pausen zwischen den Songs so kurzweilig wie nur möglich erscheinen.

Warum mögen sich Düsseldorfer und Kölner nicht?“, fragt Sänger Ben und fügt gleich hinterher, dass er sich in beiden Städten sehr wohl fühlt und gerade Deutschland deshalb liebt, weil man hier den Rock`n`Roll zu schätzen weiß. Natürlich gibt es an diesem Abend viele Songs aus der Greatest-Hits Kollektion zu hören, und die hinteren Reihen, so wie die Besucher auf den Tribünen, feiern  „Devil In A Midnight Mass“ und „Surrender“ dann auch ordentlich ab. Das Publikum nimmt jeden Song des Abends entgegen und feiert seine Helden jede Minute des Sets ab.  Als nach einer Stunde nach „Devil On My Shoulder“  zum ersten Mal „Vielen Dank, gute Nacht“ erklingt, ist ein gewisses Maß an Unmut vorprogrammiert. Wie? Das soll es schon gewesen sein? Nicht ganz, denn Billy Talent kommen zurück und beginnen den Zugabeteil mit „Fallen Leaves“. Erst jetzt erklingt die aktuelle Single „Surprise Surprise“, bevor der Abend mit „Red Flag“ standesgemäß beendet wird.  Ein gelungender Abend mit einem ABER. Das war doch etwas zuviel Best-Of an diesem Abend. Es hätten ruhig noch mehr Songs vom neuen Album sein dürfen.  Das nächste Mal bitte 90 Minunten und drei neue Songs, dann wäre es perfekt gewesen.

Info: http://www.billytalent.com/

(Markus Tils)