IMPERICON NEVER SAY DIE! 2012 – Köln

(20.10.2012, Köln, Essig-Fabrik) Eigentlich ist Herbst, aber an diesem Tag meldet sich ein wahrhaftig „Goldener Oktober“- Tag an. Temperaturen über 20 Grad locken die Leute an den Rhein, wo die Sonnenstrahlen genossen werden.  Direkt am Rhein, auf der sogenannten Schäl-Sick, liegt auch die Essig-Fabrik, die seit Jahren in Köln als Location für die IMPERICON NEVER SAY DIE! Tour genutzt wird. Da das Wetter einfach zu gut ist, um sich rechtzeitig in der Essig-Fabrik einzufinden, werden die Auftritte von „At Dawn We Rage“ und „The Browning“ verpasst. Naja, ein bisschen Schwund ist immer und so sind es „At The Skylines“, die kürzlich ihr Debütalbum „The Secrets To Life“ in Deutschland veröffentlichten, mit dem der Abend ins Rollen kommt. Die Jungs aus South Caroline machen einen guten Job mit ihrem Metal/EmoCore Mix und stimmen auf den restlichen Abend ein, dem am Ende deutlich dann doch die die Luft ausgeht. Die Show ist ausverkauft und dank der angenehmen Temperaturen draußen, ist Luftschnappen an diesem Abend eine wirkliches vergnügend. Wer sich erinnern kann: Letztes Jahr lagen die Temperaturen um den Gefrierpunkt und man überlegte sich zweimal, sich während der Umbaupausen in den Hof zu begeben.  „Obey The Brave“ ist einer der Bands, die momentan heiß gehandelt werden und nach dem Opener „Lifestyle“, weiß man auch warum. Die Band um Ex-Despised Icon Shouter Alex Erian haben ihr aktuelles Album „Young Blood“ im Gepäck und liefern den ersten Höhepunkt des Abends ab. Beim jüngeren Publikum sind es vor allem For The Fallen Dreams die gefeiert werden. Da macht es auch nichts, dass deren Frontmann mit seinem Erscheinungsbild von der Musik ablenkt und teilweise auf wenig Gegenliebe stößt. Wasserstoffblond, mit gestriegeltem Scheitel und gezwirbelten Schnörres hat Dylan Richter dennoch sein Publikum im Griff. Von Circle Pit und Stagediving ist alles dabei. Jeder Menge Beifall gibt es für Stick To Your Guns, die an diesem Abend eigentlich auch die Headliner-Rolle hätten übernehmen können. Mit Elan, Spielwitz, sichtlicher Begeisterung und vielen guten Songs bringen die Kalifornier die Stimmung auf den Siedepunkt und es verwundert nicht, dass nach dem großartigen Auftritt sich der ein oder andere auch schon auf den Heimweg macht. Die Reihen lichten sich ein wenig, als Blessthefall auf der Bühne stehen. Man spürt es, dass bei so vielen Bands beim Publikum auch irgendwann die Luft raus ist. Ein Problem, dass diese Tournee mit sich bringt. Dennoch versuchen die Jungs alles, aber der Funke springt nur bei den eingefleischten Fans über. Das Bild ändert sich auch beim Headliner nicht. We Came As Romans, vor zwei Jahren noch als Vorband von Comeback Kid, Bleeding Through und Parkway Drive auf der IMPERICON NEVER SAY DIE!, haben im Vorfeld für verdutzte Gesichter gesorgt. Irgendwie fehlt das Verständnis dafür, warum ausgerechnet die Jungs aus Michigan als Headliner auftreten.  Trotz aller Qualitäten kommt der Stein nicht ins Rollen und der Sound leidet an der Komplexität der einzelnen Songs. Das Never Say Die!- Publikum ist über die Jahre halt richtig verwöhnt worden und muss sich auch darauf mal einstellen, dass nicht Jahr für Jahr derselbe Headliner auftreten kann. Die Tour ist der richtige Hebel um einem Genre die unterschiedlichsten Bands näher zu bringen. Nur, es liegt an einem selber, was er daraus macht.

Info: http://www.neversaydietour.com/

(Markus A. Tils)