DISCO ENSEMBLE live@Köln

(02.11.2012, Köln, Luxor) „Warriors“, so der Titel des neuen Albums von Disco Ensemble, dass heute in Köln live vorgestellt wird. Mit ihrem Mix aus Punk, Metal, New Wave und Elektro haben sich die Finnen bereits einen Namen gemacht und sind vor allem live eine sehr intensive und schweißtreibende Band. Dementsprechend füllt sich das Luxor konstant, während die beiden Niederländer von The Death Letters den Abend eröffnet. Seit The White Stripes weiß man ja, dass zwei Leute auf der Bühne völlig ausreichend sind um die Bühne zu rocken. Mit Kantige Riffs und eingängige Melodien pendeln die beiden beim Publikum zwischen „ganz nett“ und „mitreißend gut“. Trotz der minimalistischen Ausstattung treiben „I Wish I Could Steal A Sunset“ oder „Your Heart Upside Down“ die Stimmung an und bringen – zumindest – die vorderen Reihen auf Betriebstemperatur.

Mittlerweile scheinen alle da zu sein, die auch kommen wollten. Die Menge bestaunt erwartungsvoll den Roadie, der mit skandinavischer Gelassenheit die Instrumente stimmt. Als der wieder verschwindet erklingt „By The Way“ von den Red Hot Chili Peppers und die Menge stimmt textsicher mit ein:

Standing in line / To see the show tonight / And there’s a light on…

Aber das Licht wird ausgeknipst und Disco Ensemble betreten endlich die Bühne. Mit dem gleichnamigen Intro vom aktuellen Album legen sie los bevor es mit „Bad Luck Charm“, „We Might Fall Apart“ und der neuen Single „Second Soul“ eins ordentlich auf die Mütze gibt. Fortan gibt es kein Halten mehr beim Mob und zur Freude aller, haben Disco Ensemble ihre Indie-Einflüsse heute zu Hause gelassen. Drummer Mikko prügelt auf sein Set und gibt den Rhythmus an, Gitarrist Jussi bleibt cool und auch Basser Lasse überlässt das Posen Frontmann Miikka, der in seiner bunten Strickweste ziemlich lustig ausschaut. Zum Vergleich zur Platte wird hier einiges an Energie und Kraft noch auf die Schippe gelegt.  Der Fokus liegt definitiv auf das neue Album und wird durch „So Cold“ und „White Flag for Peace“ immer wieder unterbrochen. Mit „Drop Dead, Casanova“ erklingt der älteste Disco Ensemble Song des Abends, der den ein oder anderen sichtlich erfreut. Disco Ensemble haben ihr Publikum in Griff und bestätigen, dass sie nicht nur eine tolle Rock-; sondern auch eine noch bessere Liveband sind. Mit den beiden Zugaben „Bay Of Biscay“ und „Stun Gun“ findet der Abend einen gelungenen Abschluss, Obwohl ich gerne „Protector“ gehört hätte. Das nächste Mal, bitte!

Info: http://www.discoensemble.com/ / www.deathletters.net

(Markus A. Tils)