William Fitzsimmons live in Düsseldorf

William Fitzsimmons Düsseldorf 2014

(15.02.2014, Düsseldorf, Zakk) Wer trägt den längsten Bart an diesem Abend? Richtig, es ist der Protagonist des Abends: William Fitzsimmons. Dieses unverkennbare Merkmal des Singer/Songwriter aus Pennsylvania macht sich auch der Support Denison Witmer zu nutzen, in dem er sich eine Wollmütze auf den Kopf setzt und sich einen künstlichen Bart vors Gesicht hängt. Er wispelt wie William Fitzsimmons ins Mikro und sorgt mit dieser kleinen Parodie für viele Lacher. Schnell sind die 45 Minuten Spielzeit vorbei und eine kleine und wirklich kurze Umbaupause folgt.

Die Pause ist wirklich sehr kurz, so dass gerade mal Zeit ist, sich ein neues Bier zu holen. Unter tosendem Applaus betritt William Fitzsimmons mit drei weiteren Musikern die Bühne. Gleich zu Beginn verspricht er ein ausgeglichenes Set aus neuen und alten Songs. Auch wenn die Songs von William Fitzsimmons meist traurig und eine depressive Grundstimmung enthalten, ist es an diesem Abend kein Grund nicht seinen Spaß zu haben. Gut gelaunt unterhält er sich mit dem Publikum und erzählt bei einigen Songs, worum es sich hier im Einzelnen handelt. Auch um Missverständnisse zu vermeiden, wie er charmant mit einem Schmunzeln zu gibt. Immer wieder lockert er damit die Stimmung auf, was dem Konzert zugutekommt. Wer hier unendliche Traurigkeit erwartet, wird an diesem Abend eines besseren belehrt. Das Publikum lauscht freudig zu, Pärchen liegen sich in den Armen und zeigen es ihrem Partner auch, wenn sich die Gänsehaut über den Arm breit macht. Gedankenvoll schließt man die Augen und lässt sich treiben.Ja, hier werden Klischees bedient, was aber auch völlig in Ordnung ist. Wer sich mit seinem Nachbar zu laut unterhält erntet böse Blicke. Zu recht.

William Fitzsimmons Düsseldorf 2014

Als ehemaliger Psychotherapeut hat der 35-jährige genügend Stoff sammeln können, um mit seinen Texten und seiner wispernden Bariton Stimme die Hörerschaft in seinen Bann zu ziehen. Er weiß wovon er singt und bringt dies heute Abend auch glaubhaft rüber. Sein erst tags zuvor erschienenes Album „Lions“ beinhaltet die unterschiedlichsten Themen, die sich mit Transgender, seinem verkohlten Heimatdorf „Centralia“ oder Wahlverwandtschaften beschäftigt. Die neuen Songs erfreuen und enttäuschen natürlich nicht. Besonders die aktuelle Single „Fortune“ weiß zu begeistern, aber auch die älteren Nummern wie „Beautiful Girl“ und „Everything Has Changed“ werden gefeiert. Aber das ist eigentlich auch ziemlich nebensächlich, weil schließlich jeder William Fitzsimmons Song wundervoll ist. Der Übergang zu den Zugaben ist erfreulicherweise fließend. Nur mal eben kurz von der Bühne um gleich wieder hinauf. Am Ende stellt sich Fitzsimmons nur mit seiner Gitarre zwischen das Publikum, aber man hört ihn kaum. Das stört auch nicht, weil das Publikum weiterhin auf einer euphorisierten Wolke intensiver Musik schwebt.

Info: www.williamfitzsimmons.com

(Markus Tils)

Video zu LIONS