Anne Clark live in Bochum

Anne Clarke live in Bochum

(14.11.2014, Bochum, Christuskirche) Das Jahr 2008 liegt schon lange hinter uns. Im diesem Jahr erschien „The Smallest Acts Of Kindness“ das letzte Studioalbum von Anne Clark. Live lässt sie ihre Fans nicht so lange warten. Die Britin tingelt in geringen Abständen durch deutsche Clubs, so wie in diesem Jahr. Während ihrer Autumn Tour macht Anne Clark mit ihrer Band auch Bochum unsicher.  Hier hat sie sich eine besondere Location ausgesucht, nämlich die Christuskirche am Rande der Stadt.

Bevor Anne Clark ihre Fans verzaubert wird die Bühne für das Duo Annagramm freigegeben. Eine Stimme und ein Schlagzeug reichen aus, um den Abend kurzweilig und stimmungsvoll anzuleiern. Chris Gross ist für den minimalen Rhythmus verantwortlich der zu elektronischen Beats aus der Konserve hämmert. Sängerin Anna- Magdalena Beetz fügt nun noch ihre Stimme hinzu. Das Debüt- Album ist im letzten Jahr erschienen und hinterlässt mit Songs wie „Klipp Klapp“ einen bleibenden Eindruck.

Kurz nach 20Uhr stellt sich ein kleiner Teil der Fans vor die Bühne der Christuskirche, die anderen bleiben brav auf den Bänken sitzen. Sehr viel Bewegung wird es im Laufe des Abends zwar nicht geben aber ein Sitzkonzert wird in diesem Fall zum Stimmungskiller. Bevor sich Anne Clark ins Scheinwerferlicht begibt stellt sich ihre Begleitband mit einem langen, ausgewogenen Intro vor. Die verzögerte Wartezeit lässt die Stimmung knistern. Als Anne Clark sich zwischen die Musiker stellt und das Bühnenbild vervollständigt wird die Sängerin mit einem freudigen Applaus begrüßt.

Das Konzert wird eine Reise durch die poetische Welt der Künstlerin, in der die melancholischen Momente einen großen Teil zugesichert bekommen. Die elektronischen Klänge werden mit Gitarre, Cello, Bass und Schlagzeug verfeinert und unterstreichen den lyrischen Gesang von „Alarm Call“.  „Heaven“, „Leaving Time“ oder  „The Haunted Road“ sind Lieblingsstücke aus ihrer Historie. Die kleine Sängerin wird nach solchen Stücken mit Applaus überschüttet. Sie nimmt es mit einem verschmitzen Lächeln entgegen und bleibt wie immer kühl und sympathisch. Von ihrem Mikrophon bewegt sich Anne Clark nie weit weg. Die Bewegungen zu ihrer Musik bleiben stets minimal. Ein Schritt zurück steht die Künstlerin mit gesenktem Blick und wartet auf die nächste Gesangseinlage. Manchmal bleibt sie auch einfach vorne stehen und blickt mit offenen Agen in die Publikumsreihen.  Trotz Perlen und perfekter live Umsetzung hinterlässt der Abend einen etwas schlappen Gesamteindruck. Vielleicht hätten die Besucher zu mehr Bewegung zwingen sollen. Am Ende steht das Publikum dann doch auf wenn der Übersong „Our Darkness“ von 1984 durch das Kirchengemäuer hallt.

Die New-Wave Ikone Anne Clark und ihr Support Annagramm fotografiert von Martina Peitz.

Info: www.anneclarkofficial.com / www.annagramm.com