Persistence tour 2016 – Oberhausen

Persistence tour 2016 - Oberhausen

(16.01.2016, Oberhausen, Turbinenhalle) Jedes Johr em Winter, wenn et widder schneit, kütt dr Persistence Tour un mir sin all bereit!

Die elfte Auflage der Persistance Tour machte mal wieder halt in der Oberhausener Turbinnenhalle und bot ein abwechslungsreiches Programm aus dem Hardcore-Bereich.

Beim Betreten der Halle  spielten Risk It gerade ihren letzten Song und Wisdom In Chains standen schon in den Startlöchern. Die Combo aus Pennsylvania donnerte uns ihr neues Album „The God Rhythm“ entgegen und überzeugte mit einem fetten Groove der zwischen Hardcore, Metal und Hardrock pendelte. Als krassen Gegenpart dazu kann der Auftritt von Twiching Tongues bezeichnet werden. Absolut nicht mein Fall! Die Band aus L.A. hat letzten Herbst via Metal Blade ihr Album „Disharmony“ veröffentlicht und sorgte auch bei den meisten in der Halle für Disharmonie. Bis auf die vordersten Reihen, war die Stimmung nicht sonderlich gut. Auch bei dem darauffolgenden Iron Reagan sprang bei mir der Funke nicht rüber. Auch wenn sie die Songs ihres aktuellen Albums „Tyranny of Will“ mit Slayer-Riffs angereichert haben, der Gang zur Merch-Meile war mir lieber.

Jetzt sollten H2O spielen und somit der Abend aus meiner Sicht richtig beginnen. Nachdem ich die Band im Spätsommer auf ihrer Tour leider verpasst hatte, war ich schon gespannt. Frontmann Toby Morse zog es direkt in den Graben. Direkter Köperkontakt zu Crowd war erwünscht. Erst beim dritten Song „One Life, One Chance“ stand er auf der Bühne. Wobei „stand“ das falsche Wort ist.  Morse hüpfte in seinem Hippie-Bunten Hoodie stets angetrieben vom Sound seiner Mitstreiter. Er nutze dabei die komplette Breite und haute neben den Klassikern wie „5 Year Plan“ und „What Happened“ auch Songs des neuen Album „Use Your Voice“ raus. Bei solchen Veranstaltungen ist es ja gang und gäbe, dass irgendein Musiker und Shouter einer anderen Band ein kleines Feature bei den Kollegen startet. Wo aber Brian „Mitts“ Daniels von Madball plötzlich bei „Guilty by Association“ her kam, war und ist mir bis heute Schleierhaft.

Terror ist live eine Bank! Für die Anwesenden wird jetzt die „25th Hour“ geschlagen. Auch wenn Terror bei den neuen Songs etwas den Groove entfernt haben und durch weitere Oldschool-Elemente ersetzt haben, an Aggressivität und Bissigkeit hat dies nichts eingebüßt. Nichtdestotrotz, auch hier zählt die Mischung aus alten und neuen Songs. Für eine kleine Unterbrechung sorgten drei Vollhonks, die ihr Leben ein wenig auf Spiel setzen mussten. Sie kletterten auf den Stahlkran und hingen plötzlich über der Menschenmenge und posierten im Groove von Terror. Wäre einer abgerutscht, es hätte böse geendet. Mit Hardcore Music und Style hatte dieser Leichtsinn wirklich nichts zu tun.

Als Ignite die Bühne betraten, fing die Menge zu brodeln an. Songs des aktuellen Albums „A War Against You“ wechselten mit Klassikern der fast 24-jährigen Bandhistory ab, in erster Linie aus dem Repertoire der Alben „Our Darkest Days“ und „A Place Called Home“. Einzige Ausnahme war „Embrace“ von der „Past Our Means“- EP. Emotionale Höhepunkte des Gigs waren neue Tracks wie „Begin Again“ und „How Is This Progress?”, die alten Nummern „Let It Burn“, „Veteran“ und „Live for Better Days“ sowie das obligatorische U2 Cover „Sunday Bloody Sunday“. Frontmann Zoli ließ es sich natürlich nicht nehmen, wieder die ein oder andere politische Aussage zwischen den Songs zu tätigen, was ebenso geduldig wie höflich von den Anwesenden zur Kenntnis genommen wurde. Ignite präsentierten sich in hervorragender Spiellaune und die Zeit verging viel zu schnell, denn ehe man sich versah, war plötzlich nach „Bleeding“ Schluss. Ein letzter Gruß und Danksagung und schon ging das Licht in der Halle an. Pünktlich zum Ende fing es auch draußen dicke Flocken zu schneien…Winter halt! Und im nächsten Jahr sehen wir uns wieder, Persistence Tour. Versprochen!

Info: www.persistencetour.de