XAVIER RUDD live in Hamburg

Xavier Rudd (20.04.2016, Große Freiheit 36) Eine fast ausverkaufte Europa Tour sollte es wieder werden. Wenn Xavier Rudd eine Tour ankündigt – mittlerweile fast egal wo auf dieser Erde – dann muss man sich mit Tickets beeilen, denn die Shows sind mit großer Wahrscheinlichkeit zeitnah ausverkauft. Und wer Xavier Rudd schon einmal live erlebt hat, der weiß auch warum.

Diesmal kam Xavier Rudd ohne seine United Nations auf Tour, dafür mit seinem australischen Kollegen und Support Act dem Australier Bobby Alu aus Byron Bay.
Bobby Alu hat einen schönen Einstieg in diesen Abend geschafft. So entspannend und schön wie seine Musik war, so unbequem war es leider bereits zu Anfang in der Menge. Ziemlich egal wo man stand. Mit Fokus auf die Musik klappe es aber ganz gut die drängende Menge zu vergessen. Seine Stimme und seine Klänge erinnern sehr an Jack Johnson, machten ihn deswegen aber nicht minder interessanter. Super Typ!

Bobby Alu

Danach ließ Xavier Rudd ganze 45 Minuten auf sich warten, ohne dass eine große Umbaupause statt fand. Ungeduld und Schweiß in der ganzen großen „Freiheit“. Doch als er schließlich die Bühne betrat, war alles vergessen. Insbesondere bei den meisten Mädels, denn er trug lediglich eine Latzhose. Er begann sehr ruhig mit „Solace“ bis dann bei „Flag“, dem United Nations Song, eine groovende Masse erzeugt wurde. Eine abgefahrene Stimmung im Publikum. Bei „Come Let Go“ waren schließlich alle Mädchen Herzen zerschmolzen. Aber nicht nur bei den Mädels ist der Australier beliebt, auch viele Herrschaften feierten ihn ab und waren textsicher unterwegs. Es folgte ein Mix aus alten und neuen Liedern. Auffällig waren vereinzelte „Disco-Versionen“ einzelner Songs, die teilweise etwas gewöhnungsbedürftig waren.

Xavier Rudd

Das Didgeridoo kam natürlich während des ganzen Abends nicht zu kurz und wurde mal sitzend und mal einarmig tragend gespielt. Kräftig genug scheint er dafür ja zu sein. Schließlich sang er Bob Marleys „No Woman No Cry“ in einer wunderschönen Weise. Zu diesem Zeitpunkt war das Publikum etwas sehr anstrengend, da manche Leute auch bei ruhigen Songs ständig das Bedürfnis hatten dazwischen zu brüllen. Es folgte außerdem eine Cover-Version von Avicii’s „Wake me up“ – das hat mich persönlich sehr verstört. Nicht dass das Publikum mehr als textsicher war, sondern dass Xavier Rudd einen solchen Song tatsächlich spielt.

In der Zugabe bekamen wir noch einmal „Fresh Green Freedom“, „Let Me Be“ und den wunderschönen „Spirit Bird“ zu hören. Allem in allem ein tolles Konzert von einem tollem Sänger, der immer wieder Neues ausprobiert und die Menschen begeistert, die auch noch zwanzig Minuten nach Konzertende arm im arm „Spirit Bird“ singen. Fast zwei Stunden hat er das Publikum begeistert und verzaubert.

Info:
www.xavierrudd.com
www.bobbyalu.com