Dropkick Murphys live in Düsseldorf

Dropkick Murphys live in Düsseldorf

(03.02.2017, Düsseldorf, Mitsubishi-Electric-Halle) Vier Jahre sind vergangen nach der Veröffentlichung des letzten Albums “Signed And Sealed In Blood“, das in Deutschland auf Platz #5 der Charts eingestiegen ist. Aber selbst nach 20 Jahren Bandgeschichte und über vier Millionen verkauften Alben wissen die Dropkick Murphys immer noch zu begeistern und präsentierten an diesem Abend in der restlos ausverkauften Halle ihr aktuelles Album „11 Short Stories Of Pain & Glory“. Auch wenn die Musikpresse – mich eingeschlossen – das Album nicht so gut findet, den Fans schien es egal zu sein. Mit Platz 3 feierten Dropkick Murphys hierzulande ihren bis dato höchsten Charterfolg.

Das Dropkick Murphys Fans gerne Bier trinken, ist dem Betreiber der Halle wohl nicht bekannt. Die Schlangen an den Bierständen sind viel zu lang und das Personal dahinter total überfordert. Das drückt die Laune während Skinny Lister und Slapshot auf der Bühne stehen und ihren Folk- bzw. Hardcore-Sound spielen. Mit dem Intro „If The Kids Are United“ von Sham 69 geht das Licht aus und diejenigen die sich ein Bier ergattert haben, schmeißen den Becker freudig in die Luft. Es hätten deutlich mehr Bierbecher sein können. Vielleicht war es ja von den Hallenbetreibern so gewohlt? Naja, alles unnütze Mutmaßungen.

Mit dem Opener des aktuellen Albums „The Lonesome Boatman“ geht es dann auch los. 90 Minuten Party sollen es am Ende sein. Die zweite Nummer („Rebels With A Cause“) des Abends stammt ebenfalls vom neuen Album. Die Songs sind ja allesamt nicht so gut und irgendwie klingt das Album auch reichlich uninspiriert. Mit „The State of Massachusetts“ nun der erste Klassiker. Der Abend wird ein Wechselspiel zwischen neuen und alten Songs. Mit „Sandlod“, „Kicked to the Curb“ und „4-15-13“ fehlen drei Songs von „11 Short Stories Of Pain & Glory“, die nicht gespielt wurden. Nervig, aber unvermeidlich das Cover von „You’ll Never Walk Alone“. Demensprechend ist auch die Stimmung bei mir ein auf und ab und die Spielfreude der Band sorgt doch noch dafür, dass ich Gefallen an dem Konzert habe. Wer in seinem Repertoire Nummern wie „Going Out in Style“, „Rose Tattoo“, „I’m Shipping Up to Boston“, „The Boys Are Back“ und „Kiss Me, I’m Shitfaced“ hat, der zieht die Massen einfach mit sich. So sind die Gesichter nach Frank Sinatras „My Way“ auch überwiegend freudig gestimmt und der Abend für viele noch erst am Anfang.

Info: www.dropkickmurphys.com