DARKNESS OVER XMAS Tour Bochum

Andy von Caliban als Crowdsurfer auf der Darkness Over XMAS Tour, 27.12.2017, Zeche Bochum

(27.12.2017, Zeche, Bochum) Zwischen den Jahren ist Zeit für Ruhe und Besinnlichkeit. Wem das zu langweilig ist, der geht auf die Darkness Over XMas Tour von Caliban und lässt sich ordentlich durchmoshen. Als Spielgefährten mit dabei: Bury Tomorrow, Blood Youth und die eher noch unbekannten Die Heart aus Hamburg. Der Abend startet dann auch so pünktlich, dass ich von Die Heart nur die letzten zwei Songs mitbekomme. Das ist schade, weil der Shouter zwar an diesem Abend etwas heiser zu sein scheint, aber der Sound durchaus Lust auf mehr macht. Rotzig. Weniger Metalcore als Hardcore Punk. So ein bisschen wie früher, als sich die Stile noch mehr als heute vermischten.

Die Halle der Zeche Bochum ist schon gut gefüllt um 19.15Uhr. Kaum Platz zwischen dem sich an den Bühnenrand (ohne Graben) drängenden Massen. Nach den Festtagsessen scheinen die Anwesenden mehr als bereit, die überschüssigen Kalorien im Moshpit zu verbrennen. Nach kurzer Umbaupause weiß Blood Youth die Menge gut anzustacheln. Die Jungs aus Großbritannien waren auch schon mit Prophets of Rage auf Tour und sind große Hallen mittlerweile gewohnt. Es fallen wenige Worte, mehr Blicke zwischen Bandmitgliedern. Das Publikum ist noch ein bisschen außen vor, die Action auf der Bühne professionell, aber zurückhaltend.

Mit Bury Tomorrow ändert sich das schlagartig! Frontmann Dani springt wie ein Wirbelwind über die vielen Meter Bühne und verbreitet gute Laune. Es gibt die ersten kleinen Circlepits und eine Wall of Death. Die Kids springen auf die Bühne und wollen manchmal gar nicht wieder runter. Dani verteilt großzügig Umarmungen und „pats on the back“. Besonders angetan hat es ihm jemand mit einer Mutze, die wahlweise Doctor Zoidberg oder Chtulu darstellen soll. Sie stehen zwischen zwei Songs eine geschlagene halbe Minute auf der Bühne und unterhalten sich miteinander. Dann verklingen die letzen Töne, Bury Tomorrow verlassen die Bühne und die bereits angeschwitzten Besucher bewegen sich nicht von der Stelle, verlagern nur ihr Gewicht mal von einem Fuß auf den anderen. Unterhalten sich leise. Die Spannung ist in der gesamten Halle zu spüren.

Und dann endlich: Licht aus. Andy kommt auf die Bühne mit einem fetten Grinsen im Gesicht und es geht los. Keine zwei Songs später der erste Circlepit, Moshpit, Wall of Death und dann müssen alle gemeinsam mit Andy springen, „weil das von der Bühne aus einfach geil aussieht“. Jeder, der Caliban kennt, weiß dass sie im Pott zuhause sind und so ist die Zeche in Bochum mal wieder ein Heimspiel. So fühlt es sich auch an. Im Wohnzimmer von Caliban. Die Reihe an Stagedivern und Crowdsurfern reißt nicht ab und es steigert sich ins Unendliche, als Andy vor der Zugabe in die Menge ruft: „Kommt hoch zu uns! Ihr alle!“ Und es folgen seinem Ruf so viele Kids wie auf die Bühne passen. Es ist ein Heidenspaß. Zu guter letzt gibt es noch ein Mash-Up mit Bury Tomorrow. Andy stürzt sich ins Publikum, wird selbst zum Crowdsurfer und lässt sich dann wieder auf die Bühne ziehen. Spätestens jetzt ist kein T-Shirt mehr trocken. Licht an, Christina Aguilera Rausschmeißer-Musik auf die Boxen und raus mit uns in die Nacht.

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