PERSISTENCE TOUR 2018

Persistence Tour 2018 - Oberhausen - Power Trip

(27.01.2018, Oberhausen, Turbinenhalle) Autobahn A42, Abfahrt 10 Oberhausen Zentrum und zack steht man im Stau. Was ist denn hier los? Die Konrad-Adenauer-Allee ist dicht und alle wollen „links“ abbiegen zum Centro, wo auch in unmittelbarer Nähe die Turbinenhalle liegt.

Irgendwas muss doch in der KöPi Arena sein, dass so viele dort hinwollen?! Unsere erste Vermutung: „Helene Fischer“! Aber während man im Stau steht und ein wenig googelt, ist der Schuldige für dieses Verkehrsaufkommen gefunden: Rod Stewart!  Der alte Hase persönlich, startet an diesem Abend seine „Live in Concert 2018“. Zwischen all den Rod Stewart Fans aber auch diejenigen, die zur Persistence Tour wollen. Die volle Bandbreite Hardcore gibt es heute von Insanity Alert, Broken Teeth, Born From Pain, Power Trip, Terror, Madball und Hatebreed.

Fünf Dinge sind beim Betreten der Halle direkt aufgefallen:

  1. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Hallenbetreiber den Pinsel geschwungen und auch sonst einiges renoviert. Somit ist die Kapazität der Halle gestiegen. Diese Fläche wurde auch gebraucht. Weil…
  2. …die Persistence Tour war richtig gut besucht. So voll habe ich diese Turbinenhalle bei der Persistence Tour noch nie erlebt.
  3. Die Getränkepreise sind gestiegen, oder? :/
  4. Der Opener Insanity Alert ist schon am Ende ihres Sets gelangt. 🙁

Ich hab mir sagen lassen, dass die Crossover-Formation aus Innsbruck überzeugte und beim Publikum punkten konnte. Somit beginnt der der Abend für uns erst mit Broken Teeth, die nach 2015 zum zweiten Mal bei der Persistence Tour mit an Bord sind. Die aus England stammende Band (bitte nicht mit Broken Teeth aus Texas verwechseln) bieten ein überzeugendes Straight-In-Your-Face Set ab. Hier Da gibt es nichts dran zu ruckeln. Da die Bands nur 25-30 Minuten spielen, ist der ganze Abend eine kurzweilige Veranstaltung. Die Umbaupause dauert auch nur 15 Minuten und alles ist fokussiert auf das Wesentliche: Die Musik. Auch unnötiges Bühnen Equipment bzw. großartige Licht- und Videoinstallationen sucht man auf der Bühne vergebens. Aber so soll es auch sein.

Nach dem Gig von Broken Teeth stehen Born Form Pain auf der Bühne und feiern quasi ein Heimspiel. Die holländischen Hardcore Veteranen haben zwar im grenznahen Stadt Heerlen ihre Wurzeln, aber ein Teil der Besetzung wohnt oder kommt mittlerweile aus dem Ruhrpott. Feierte die Band im November in Heerlen ihr 20jähriges Bestehen, schauen die Herrschaften mit Zuversicht ins Jahr 2018. Den Grundstein dafür haben sie mit der Veröffentlichung ihrer neuen Single „Rebirth“, der Ankündigung eines Albums und der Teilnahme an dieser Tour bereits gelegt. Ihr Set, dass gespickt war mit Klassiker wie „Rise Or Die“ oder „The New Hate“ hat auch anno 2018 an Härte und Energie nichts eingebüßt.

Danach gibt es eine Zeitreise in die Achtzigern Jahre. Power Trip sticht nicht nur musikalisch aus dem Line-Up heraus. So richtig kickt es mich nicht, was ich beim ersten Song höre, aber je länger die Herrschaften spielen, desto mehr fesselt mich ihr Metal-Sound. Genauso erging es einen Großteil der Besucher. Das Musikempfinden ist halt an diesem Abend einfach mehr auf Hardcore-Geballer eingestellt, als auf Oldschool Metal. Trotz aller Schwierigkeiten, die Band legt eine gute Show ab und festigt ihren Ruf als überragender Live-Band.

Um die Hardcore Fahne weiter aufrecht zu halten, müssen halt Terror und Madball zeigen was in ihnen steckt. Und das machen sie auch, einer wie der andere. Terror schmettern dem Publikum ältere sowie aktuelle Songs entgegen und versetzen nun endlich die ganze Halle in Bewegung. Ebenso Madball, die immer noch keinen richtigen Ersatz für ihren langjährigen Gitarristen Brian „Mitts“ Daniels gefunden haben. Als Aushilfskraft steht nämlich Born From Pain Gitarrist Dominik Stammen neben Wirbelwind Freddy Cricien und haut ordentlich groovend in seine 6 Seiten.

Nach den beiden Hardcore-Schwergewichten kann glüht die Halle. So richtig zum Brennen jedoch, schafft es anschließend Hatebreed. „Destroy Everything“ ist nicht nur der Opener des Sets, sondern auch zugleich das Credo des restlichen Abends. Mit den richtigen Gesten hat Frontmann Jamey Jasta das Publikum direkt im Griff. Um es gleich vorweg zu sagen: Das Feuer erlosch erst, als mit „I Will Be Heard“ der letzte Song des Abends endete. Dazwischen preschten Hatebreed etliche Songs aus ihrem Repertoire, wie „Smash Your Enemies“, „Live for This“ oder „Perseverance“. Es ist ein energiegeladener, dynamischer Auftritt der alles Vorherige in den Schatten stellt. Hatebreed stellen hier unter Beweis, warum sie seit Jahren zu einer der begehrtesten Hardcore Band zählen.

Was man nach Hatebreed auf jeden Fall weiß, dass man nach 6 Stunden Hardcore und Metal Geballer zufrieden nach Hause gehen darf und sich auf die nächste Persistence Tour 2019 freut.

Mein Tipp für das nächste Jahr sind übrigens Sick Of It All, Walls Of Jericho, Agnostic Front und Ignite. Irgendwie sind es ja eh immer dieselben Bands auf dieser Tour. Aber wir wissen: Tradition verpflichtet. See you 2019

Info: www.persistencetour.de