Black Dahlia Murder live in Essen (Support: Ingested)

Black Dahlia Murder

(15.08.2018, Turock, Essen) Als vor 15 bis 20 Jahren die Emo Welle über Europa und Nordamerika rollte und sich auch langsam der Zusatz -core an diversen Musikrichtungen etablierte, fanden auch The Black Dahlia Murder mit den Alben Miasma und Nocturnal ihren (vielleicht etwas unfreiwilligen) Platz in eben diesen Genres. Mit ihren durchaus Double-Bassigen Einlagen und düsteren Songs wurden sie zu jenen Zeiten in die Schublade Metalcore gesteckt und von der Szene gefeiert. Dass diese Zeiten aber längst vorbei sind und vom -core allenfalls kleine Einflüsse geblieben sind, beweisen die fünf Musiker aus Detroit, von deren ursprünglicher Besetzung immerhin noch Sänger Trevor Strand und Gitarrist Brian Eschbach übrig geblieben sind sowohl auf ihrem aktuellen Album Nightbringers, als auch an diesem Abend im Essen. Es haben sich die lokalen und überregionalen Kuttenträger versammelt um ihren Vergötterten zu huldigen. Die Musik des aktuellen Album ist mehr Metal Geprügel als Melodie und die Lyrics der Songs füllen ganze Seiten. Verschwunden die Eingängigkeit und die für das Metal ungeübte Ohr zugängliche Hörtauglichkeit. Statt wie so manche Band aus jener Zeit zum Pop verkommen, reihen sich The Black Dahlia Murder wieder ein bei Traditionsgrößen wie Emperor und Slayer. Die Zustimmung der Fans kann man an diesem Abend deutlich spüren. Das Turock ist gut gefüllt und die Stimmung ist riesig. 
Doch zunächst betreten Ingested die Essener Bühne. Bereits 2010 hatte die selbsternannte Extreme Metal Band die Ehre, The Black Dahlia Murder neben Größen wir Carnifex, 3 Inches of Blood und The Faceless auf ihrer Europatour zu begleiten. Sänger Jason Evans zeigt sich bestens gelaunt und strahlend so als habe er gerade einen Honigkuchen serviert bekommen. Die Jungs aus Manchester verstehen es, richtig Stimmung zu machen und der Saal kocht zwischen Cirlcle Pit und Wall of Death so auf, dass der Schweiß der Meute sich mit der Luft in die Lungen zieht. 
Nach kurzer Umbaupause ist es soweit: das Licht geht aus und The Black Dahlia Murder. Opener des Sets sind die ersten drei Songs des neuen Albums – Widowmaker, Of God and Serpent, Of Spectre and Snake und Matriarch. Mit What a Horrible Night to Have a Curse und Everything Went Black spielen sie aber auch die Klassiker aus 2007. Brandon Ellis fügt sich als neustes und jüngstes Mitglied des Quintetts wunderbar ein und so wird es ein sehr runder Metal Abend, der sehr gut ans Ende der Essener Fußgängerzone passt, an dem mit dem NORD Open Air und dem Festival des Turock zweimal jährlich Metal Großveranstaltungen zuhause sind, auf denen sich Kuttenträger ihren natürlichen Lebensraum eingerichtet haben. Vielleicht ergibt es sich ja, dass The Black Dahlia Murder und Ingested in den nächsten Jahren die Gelegenheit haben, eine dieser größeren Bühnen zu beanspruchen. Die Fanbase dafür scheinen sie zu haben.

Info:
The Black Dahlia Murder
Ingested