La Dispute live in Köln (Support: Svalbard)

La Dispute

(19.08.2018, Bürgerhaus Stollwerck, Köln) Vor über 10 Jahren erschien die Über-Platte Somewhere At The Bottom Of The River Between Vega And Altair und machte Musikliebhaber erst zu Fans und dann zu Jüngern dieses tiefgreifenden, komplexen und auch das kälteste Herz berührenden Post-Hardcore. Und genau diese Fans der ersten, aber natürlich auch noch nicht ganz so lange vergangener Stunden findet man an diesem sonnigen Augustabend auf der Wiese und den Bänken des Parks vor dem Bürgerhaus Stollwerck. Man steht kurz vor Beginn des Konzert etwa 20 Minuten an, um überhaupt in den Saal zu gelangen, denn das Konzert ist seit Wochen ausverkauft. 
Angekommen und durch die Menge gekämpft wird man schon bei der Vorband reich für seine Mühen belohnt, denn Svalbard aus dem beschaulichen Bristol – eine der vielen Talentschmieden Großbritanniens – warten auf mit einer guten Mischung aus Crust, komplexen Hardcore, Metal und Punk. Die Band rund um Leadsängerin/Gitarristin Selena Cherry scheint sich auf kölschem Boden sichtlich wohlzufühlen und tobt über die Bühne wie ein Wirbelsturm. Selena, die bei den Vocals von Gitarrist Liam unterstützt wird probiert sich mit einem wildem Tanz so weit das Gitarrenkabel reicht. Textlich ist die Band nicht ganz so anspruchsvoll gestreckt. Es geht um die Befreiung, um Eigenständigkeit und um solche alltagspolitischen Themen wie Abtreibung. So ganz scheint die Band im Unterschied zu meinem ganz persönlichen guten Eindruck auch nicht den Nerv des Publikums zu treffen, denn die schauen eher irritiert drein und der eine oder andere schaut immer wieder verstohlen auf die Uhr.
Nach einer nur sehr kurzen Umbaupause ist es aber soweit: La Dispute aus Michigan betreten die Bühne. Schon bei den ersten Klängen von „Scenes from Highways 1981-2009“ ist Frontmann und Chief-Flummi Jordan Dreyer vollkommen da und springt sich warm. Ein schwieriges Motiv für die anwesenden sieben Fotografen, doch ein lohnenswertes. Das ausverkaufte Stollwerck raunt und singt und springt. Der Schweiß tropft an diesem heißen Tag von der Decke tropfen. Die Besucher wimmeln immer wieder aus der Halle an die Bar, um sich zu erfrischen. Spätestens bei „Said the King to the River“ und „The Castle Builders“ ist kein Auge mehr trocken und Jordan lässt es sich nicht nehmen, ins Publikum zu springen und das Mikro in die Menge zu halten. Nach einer kurzen Pause und „we want more“ gibt es noch das Intro „Such Small Hands“ und „King Park“ bevor alle nach diesem wunderbaren erfüllenden Abend zufrieden nach Hause gehen.
Viele Songs des Abends kamen vom 2014er Album Rooms of the House und vom 2011er Werk Wildlife. Ein neues Album und die Zusammenarbeit mit Epitaph Records wurde erst am 18.09. zu Anfang 2019 angekündigt. Auf die neuen musikalischen Ergüsse der Band nach knapp 5 Jahren Reifezeit darf man gespannt sein!

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