JERA ON AIR 2019 – Der Freitag

JERA ON AIR 2019

(28.06.2019, Ysselsteyn (NL)) Das letzte Juni-Wochenende im Jahr 2019. Im grenznahen Ysselsteyn hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten das JERA ON AIR Festival zu einem echten Highlight für Fans von Hardcore, Metalcore, Punk und Rock entwickelt und auch diesmal hatten die Verantwortlichen ein fettes Line-Up auf die Beine gestellt. Der persönliche Terminkalender lässt einen Besuch aber leider nur am Freitag zu und so geht es direkt nach der Arbeit über die niederländische Landesgrenze. Direkt hinter Venlo stehen schon die ersten Hinweisschilder und so trudelt man stressfrei und gut gelaunt auf dem Festivalgelände ein. Der Weg führt schnurstracks zum „Eagle“ Zelt, in dem sich die Hauptbühne befindet. Hier starten pünktlich um 16 Uhr Fever 333 ihren Gig. Die Band um ex-letlive Frontmann Jason Butler ist lange schon kein Geheimtipp mehr. Druckvoll spielt sich das Trio durch ein verrücktes, aber absolut fettes Set inklusiver wirrer Moves- und Klettereinlagen. Was für ein Start!

Whitechapel, The Interrupters und Beartooth bedienen die Massen unter der großen Zeltplane mit ihrer jeweils eigenen Mischung aus Metal, Hardcore und Punk. Persönlich interessieren uns aber eher die Bands auf der Nebenbühne, dem sogenannten „Vulture“-Zelt. Hier stehen Hardcore Bands auf den Brettern, die in den letzten Jahrzehnten maßgeblichem Einfluss auf die Hardcore Szene ausübten und es noch weiterhin machen. Madball muss man eigentlich nicht mehr vorstellen. Mit Mike Gurnari haben die New Yorker nun endlich einen neuen festen Gitarristen arrangiert, der die große Lücke nach Brian „Mitts“ Daniels Ausstieg hoffentlich längerfristig füllt. Mit dem ersten anständigen Circle-Pit vor der Bühne bedankt sich das Publikum angemessen für eine positive, ohne schlechte Klischees auskommende Show. Keinen Hit ausgelassen, keinen Fan enttäuscht.

Jera On Air 2019

Schnell merkt man es: Vom „Vulture“-Zelt zum „Eagle“ –Zelt und zur kleinsten Bühne im „Buzzard“-Zelt und wieder zurück zu pendeln, um ja nichts zu verpassen, gestaltet sich als anstrengende, aber süchtig machende Tätigkeit. Und die Angst, von dieser großen Party das kleinste Bisschen zu verpassen, verleiht Durchhaltevermögen.

Terror laden zur großen Moshpit-Party ein und Scott Vogel grinst und reckt die Daumen in die Luft. Ignite sind da eine Spur melodischer und auch das Durchschnittsalter ist auf einmal etwas höher. Ignite spielen routiniert ihr Best-Of Set, bleiben dabei etwas hinter den Erwartungen zurück. Zwischendurch schaut man mal rüber ins kleine „Buzzard“-Zelt. Hier ist die Mischung an diesem Tag recht vielseitig. Zum einen stehen hier die Crossover Party Trasher von Insanity Alert, die Metalcore Band For I Am King und die Hardcoreler von Risk It! auf der Bühne. Eine kontrasteiche Mischung, die das Verweilen im „Buzzard“-Zelt kurzweilig gestaltet. Der Festivaltag neigt sich für uns dem Ende zu. Auf der Hauptbühne spielen Sum 41, aber uns zieht es wieder ins „Eagle“-Zelt, wo wir uns Converge anschauen wollen. Erstaunlicherweise finden sich Converge vor weniger Menschen wieder als zuvor Ignite und Terror, was der Stimmung jedoch kaum einen Abbruch tut. „A Single Tear“ eröffnet ein Set so scharf wie Sambucca. Jacob Bannon tobt über die Bühne wie ein Berserker auf Raubzug, und als mit „Concubine“ nach einer Stunde der letzte Song ertönt, geht ein letztes Mal tonnenschwer zur Sache. In jedem Fall großes Kino. Wir haben genug für heute, während Enter Shikari noch die große Masse des JERA ON AIR Festivals mit ihren Trance-Hardcore aufmischen und den Festival-Freitag beenden.

Info: www.jeraonair.nl