• navnews
  • navtalk
  • navsound
  • navlive
  • navpic
  • navstory
navsound
27.02.2010

DETROIT 7: Black and White

DETROIT 7: Black and White

(Spark&Shine/Soulfood Music) Das Schreiben für ein Musikmagazin verändert mitunter die Sicht auf einzelne Dinge. Beispiel: Japan.
Habe ich mir die größte Zeit meines Lebens dieses Land als spirituellen Ruhehafen vorgestellt(ok, mit einigen grellen Manga-Einsprengseln), erwacht bei mir seit einiger Zeit der Eindruck, Nippon müsse ein einziger großer Themenpark sein, in dem alle Rockmanierismen der Vereinigten Staaten der letzten 30 Jahre hochgehalten werden. Das ging letztes Jahr mit dem Album von Electric Eel Shock los. Diese glorifizierten auf liebevolle und durchaus eigenständige Art den Hochdruck Rock von Kiss bis Van Halen neu, hat wirklich Freude bereitet. Und jetzt kommen also Detroit 7 um die Ecke. Die findet man eher im düsteren Teil der Themenparks, der Name lässt es richtig vermuten, hier standen Iggy and the Stooges, MC 5 oder auch die New York Dolls Pate. Down to the Nitty Gritty. Das Schöne dabei ist aber, das „Black&White“ nicht zur stumpfen Götzenbildung verkommt, dieses Album lebt durch frische, unverbrauchte Arrangements. Konsequent kratzbürstig, übersteuert und alles andere als anschmiegsam, schmirgeln Detroit 7 jede Spur von Hochglanz runter und reduzieren die Songs auf ein kraftvolles Skelett. Sängerin Tomomi erfüllt dann auch definitiv nicht das klangliche Bild der süßen Frontfrau(also hübsch ist sie schon aber das tut hier nichts zur Sache), ihre Stimme wurde in der örtlichen Werkstatt(General Motors, nur Originalteile!) erst mal tiefer gelegt, und einiges an Dreck ist auch noch geblieben, sehr schön! So entstehen lässige, dennoch gewichtige Hits(weil, eigentlich isses ja Pop ohne Schminke), die über ihre unbequeme Ausführung erst das entscheidende Plus an Eigenständigkeit erhalten, siehe beispielsweise „Stooges“ oder der knatternde Rumpler „24 Hours“, wo sich Tomomi wie die Schutzheilige aller Abgewrackten, Kim Deal, anhört. Danach kommt der vielleicht schönste Moment auf „Black&White“: wenn sich Detroit 7 in „DDD“ an einem klassischen Road-Rocker versuchen, erreichen sie damit eine Klarheit von klassischer Größe, eben solches lässt sich über den Text in diesem Song sagen, „Please stay with me darlin/you are my dream/take me to your stories“, einfach aber aussagekräftig. Ein Urteil, welches sich problemlos auf das ganze Album ausweiten lässt, man höre nur solch kleine Feinheiten, wie den verzögert stampfenden Rhythmus in „Down Beat“, die fast unbemerkt aus simplen Rock Songs veritable Stimmungswunder machen.

Info: www.myspace.com/detroit7

(Martin Makolies)


RSS-Feed abonnieren
SMASHMAG präsentiert:
HELMET: "Meantime" - 20th Anniversary Tour 2012

HELMET: "Meantime" - 20th Anniversary Tour
Neu im Plattenschrank:

STRAIGHT FRANK: dto