
SHIT BROWNE: Every Single Penny will be Reinvested in the Party

(Asphalt Dutchess/Rough Trade) Das alte Lied von der Unbedarftheit der Jugend, wir dürfen alles, können vielleicht nicht alles, tun aber so. Shit Browne, dieser quicklebendige Vierer aus Paris feiert in erster Linie mal sich selbst, und den Perfektionismus des Banalen, welcher in raffinierter Collage zu etwas äußerst Subtilen wird.
Dazu dieser Gestus des sich selbst genug Seins, „I don´t need no ironfist/ since I am an Iron fist“, welcher so überzeugend daher kommt, dass er zu einem Geschenk für den Rest der Welt wird, für den GANZEN Rest. Das haben wir mal wieder gebraucht, eine Band die scheinbar einfach nur macht, nicht weiß, ob das jetzt Elektronik oder Rock sein soll( unter uns, wir wissen das auch nicht), bezeichnenderweise dann auch in einem Song die elektronische Musik preist, dies aber mit wild röhrenden E-Gitarren macht, DAS nenne ich Diskurs-Pop.
Dabei darf man nicht unerwähnt lassen, dass die Melodien der reinste Zucker sind, die Beats der Herzschlag eines ganzen durchgetanzten Sommers. Shit Browne vereinen auf „Every Single Penny…“ die zwei Grundtugenden der klassischen Popmusik: Euphorie und Melancholie. Das Schöne dabei ist, dass die Übergänge zwischen diesen beiden Polen unmerklich fließend sind, und das alles zusammen eine einzige golden glänzende Erinnerung (oder ein Konservat) ergibt, an die Zeit, wo jeder Kuss, jeder Streit, jeder Song im Club ein Welt veränderndes Ereignis war.
Das alles findet auf „Every Single Penny …“ in einem einzigen Moment seinen Widerhall. Wenn in „ „ nach trotzig verletzlichem Gesang dieser kraftvolle Beat wie aus dem Nichts einsetzt, kommt alles zusammen, was man am nach Hause gehen vom Club liebt, wenn die Sonne schon aufgegangen ist, die neueste Eroberung im Arm, die letzte Flasche Bier in der Hand, Forever Young.
Info: www.myspace.com/shitbrowne
(Martin Makolies)









