
THE BEWITCHED HANDS ON THE TOP OF OUR HEADS: Hard To Cry (EP)

(Savoir Faire/ Sony) Ja, ja, die Franzosen mal wieder, verträumt, psychedelisch, irgendwie weit draußen, trotzdem Pop, gerade deswegen Pop. Sechs vermutlich recht junge Menschen aus Reims lassen Gitarren schweben, verhallen mit ihren Liebeskummer an den Wellen eines einsamen Strandes und lassen uns Normalos verzückt zurück.
Der Titeltrack dieser EP ist gleichzeitig ein Schwall warmer Luft und Wirbelsturm, Euphorie und Verzweiflung. Das kurze „Out of Myself“ klaut so rotzfrech von, ja richtig, „La Isla Bonita“, dass man es fast gar nicht merkt. Es geht weiter vom Lagerfeuer ins Heim für auto- aggressive Menschen, die gerade eine pazifistische Hymne für ihr Sommerfest einproben, Streit um das größte Stück Grillfleisch ist da vorprogrammiert. Das fügt sich alles so schön ineinander, obwohl es das gar nicht müsste und auch nicht will. „End of Night“ ist Flaming Lips ohne Steckdose, das Weltall als Ölgemälde, wir dürfen träumen, The Bewitched Hands on the Top of our Heads seien magische Geschichtenerzähler von einer anderen Welt, wo der Fluß auch mal stromaufwärts fließt, man erst Schluss macht und sich dann verliebt. Alles ist hier ein bisschen anders, ein bisschen entkrampfter, ein wenig freier. Und hier handelt es sich erst um die EP, einem kleinen Vorgeschmack auf das bald erscheinende Album. Wenn da noch mehr in der Form kommt, wird es ein zauberhafter Herbst, Hex Hex.
Info: www.myspace.com/handsbewitched
(Martin Makolies)








