
CANADIANS: The Fall of 1960

(Ghost Records/Alive) Ja, schönen Tag auch. Wir planschen munter in der ruhigen See, Delphine stupsen uns mit ihren Nasen an, alles toll, die Sonne glitzert dabei auch zuverlässig, Wolken machen heute blau. So ungefähr das Szenario in „A Great Day“, dem Opener zu „The Fall of 1960“ von den Canadians( natürlich aus Italien). Power Pop der ganz besonders lieben Sorte, hier tut man niemandem weh, allenfalls ein wenig melancholischer Herzschmerz. Die Songs haben allesamt nette Melodien, die Gitarren haben ordentlich Kraft, setzen diese aber ausschließlich dazu ein, dich herzlich zu umarmen. Das weiß durchaus zu gefallen, besonderes Aufsehen lässt sich damit wohl aber nicht erregen zumal Bands wie Weezer oder Teenage Fanclub in demselben Revier bereits eine gute Spur beherzter gewildert haben. Es gibt neben dem eher zurückhaltenden Songwriting noch zwei Kritikpunkte, die den Gesamteindruck dieses Albums schmälern. Ich hab ja gar nichts gegen englischsprachige Songs mit Akzent. Aber der Gesang hört sich einfach zu abgerundet und weich, glatt poliert an, es entsteht manches Mal der Eindruck emotionaler Abwesenheit. Und noch etwas: bitte, liebe Canadians, bitte mottet dieses ekelhaft piepende Dreckskeyboard ein, das tötet in den Songs, in denen es vorkommt, jedes Hörvergnügen ab, macht die Songs mitunter sogar etwas lächerlich. Insgesamt ist dieses Album nicht schlecht, aber auch ein Stück weit von gut entfernt.
Info: www.myspace.com/canadianstheband
(Martin Makolies)








