DANNY & THE CHAMPIONS OF THE WORLD: Stay True

DANNY & THE CHAMPIONS OF THE WORLD

(Loose Music/ Rough Trade) Danny George Wilson und seine Champions Of The World sind Meister der Inklusion. Auch auf ihrem vierten Album heißen sie jeden willkommen, der sich an diesem Americana die Seele wärmen will. Die Songs auf „Stay True“ sind gleichzeitig Schulter zum Anlehnen und innige Umarmung. Man glaubt gar nicht, dass diese Musik in merry old England entstanden ist, ein kleiner Club irgendwo in den amerikanischen Südstaaten scheint da viel naheliegender.  Aber egal, wo man nun die elf Stücke verorten würde, eines ist sicher: hier schlägt ein anschmiegsames Herz, das sich durch die Irrungen und Wirrungen von Leid und Liebe, Wehmut und Hoffnung durchmanövriert, immer mit einer nahbaren Melodie im Gepäck, die dem Hörer jede Tür zum Eintreten offen lässt. Hier dürfen noch Gefühle wie Nostalgie und Sehnsucht walten, so im wunderbar eingängigen „(Never Stop Building) That Old Space Rocket“, das Erinnerungen an einen Anhaltertrip mit dem eigenen Vater zu einem Konzert der Fabulous Thunderbirds aufleben lässt, dazu gibt es noch einen einarmigen Kung Fu-Kämpfer und ganz viel umarmendes Sentiment. Hier wird die Vergangenheit als Schatztruhe zelebriert, die so manche Kostbarkeit in ihrem Inneren bereithält. Songs wie „Cold Cold World“ schunkeln wehmütig durch sepiafarbene Tableaus und gönnen sich auch gerne mal ein wenig Patina, bestehend aus samtenen Bläsern und einer jauchzender Pedal Steel. In die Stücke von „Stay True“ hält auch gerne mal der klassische Soul und ruraler Rhythm and Blues Einzug. Und auch wenn gerne mal das wehmütige Sentiment Besitz von den Stücken ergreift, da ist immer noch ein gewisser Swing, eine Lust an der Bewegung. Zugegeben, im bramenden „Stop Thief!“ spielt sich die Bewegung in Zeitlupe ab, hier erschaffen Danny& The Champions Of The World einen wunderbar verzweifelten Klammerblues, der das eigene Leid zu einer zugegeben theatralischen Pose im Scheinwerferlicht aufbauscht. Das Entscheidende dabei ist jedoch, dass man dem guten Danny die Qualen zumindest in künstlerischer Hinsicht abnimmt, das mag zwar inszeniert sein, doch wird diese Rolle von den musikalischen Protagonisten liebevoll und gefühlsecht ausgestattet. „Other Days“ hat dagegen einige beschwingte Bläser im Gepäck, die ein wenig Licht und Freude in ein eher niedergeschlagenes Setting bringen, ein wenig Hoffnung und Zuversicht sitzen da auf den Verandastufen. Der Titelsong kleidet sich dann in einen säuselnden Country Twang und stellt eine Selbstvergewisserung dar, man ist sich immer treu geblieben bei all den Schicksalswindungen, dabei wird dies mit bescheidenem Tonfall registriert, Hauptsache, der Song entrollt sich sanft und unaufgeregt. Ein wunderbar entspanntes Kleinod ist auch „Talkin´ About The Weather“ , das ebenfalls in eine flüssige Bewegung investiert, ohne dabei in irgendwelchen Aktionismus zu verfallen. Sehr nah am klassischen Soul ist „Let´s Grap This With Both Hands“, hier sind sie wieder, die funkelnden Bläser und ein dezenter, weiblicher Backgroundgesang, der für Eleganz und edle Verzierungen der Melodien sorgt. Das Schöne bei diesem Album ist, dass man zu jeder Zeit die Spielfreude und Beseeltheit bei diesen Songs raus hört, die zwar simpel in ihrer Struktur sein mögen, jedoch ein künstlerisches Flimmern in sich tragen. Danny&The Champions Of The World spielen ihre Songs mir engagierter Überzeugung und lassen damit eine romantische Welt aufleben, die sich in Freude und Leid vereint und  beim Hörer für eine verklärte Nostalgie sorgt.

Info: www.dannyandthechamps.com

(Martin Makolies)