BALANCE AND COMPOSURE: The Things We Think We´re Missing

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(Hassle Records/Soulfood) Im Song „I´m Swimming“ von Balance And Composure heißt es: „show me the sky from a new perspective“. Und genau das wünscht man sich von diesem Album etwas mehr: neue Perspektiven, Varianz, mehr Abwechslung halt. Dabei hat die Band durchaus eine potentiell spannende Mischung gefunden, der Post Hardcore vonBalance And Composure holt sich seine gefühlstechnischen Leitbilder vom Emo und eine gewisse Schnoddrigkeit vom Grunge, damit könnte man viel anstellen und man möchte gar nicht abstreiten, dass der Beginn des Albums sehr gelungen ist. Sowohl „Parachutes“ als auch „Lost Your Name“ sind musikalische Sturmfronten mit mächtig aufbrandenden Gitarrenfiguren, die sich ihre emotionalen Konturen durch die eingestreuten Ruhepausen holen, Leidenschaft, nachdenkliche Schritte zur Seite, dies findet man wunderbar vereint in besagten Songs. „Back Of Your Head“ hat sich die atmosphärischen Ausarbeitungen bei Brand New zur Zeit von „The Devil And God Are Raging Inside Of Me“ abgeschaut, das Stück wandelt durch wage Zwischenwelten und gefällt mit gedrosseltem Elan, das Ungewisse führt hier Regie in einem Stück, das einen narkotischen Fluss sein eigen nennt. Das bittersüße „Tiny Raindrop“ weiß dann auch noch zu gefallen, Schwermut wandelt auf luftigen Pfaden durch regennasse Tableaus der vorsichtigen Hoffnung, hat aber immer noch das Gewicht von Verlusten und Niederlagen auf seinen Schultern geladen. Bis hierhin ist man doch sehr angetan aber irgendwie hat man das Gefühl, dass Balance And Composure im Folgenden ein wenig den Faden oder doch eher die Inspiration verlieren. Songs wie „Cut Me Open“ oder „Keepsake“ stellen leidlich variierte Formen der teilzeitbrachialen Melancholie dar, es fehlt der Pfeffer in den Kompositionen, die Stücke verlassen sich zu sehr auf die Grundwerkzeuge des Genres, das ist dann nur noch nett anzuhören, erhellend oder direkt bewegend ist es indes nicht. Balance And Composure wären besser beraten gewesen, mit den ersten vier Stücke eine Ep auf die Beine zu stellen, damit hätten sie für einiges an Aufmerksamkeit gesorgt, auf Albumlänge schwächelt „The Things We Think We´re Missing“ dann doch ziemlich.

Info: www.balanceandcomposure.com