CAGE THE ELEPHANT: Melophobia

(Virgin/Universal) Eine Sache kann man Cage The Elephant sicher nicht vorwerfen, und zwar, dass sie eintönig wären. Die Amerikaner um Matt Schulz beackern mit ihrem frischen und jugendlichen Indierock doch so manches Feld. Oberstes Gebot dabei ist jedoch scheinbar immer, dass ein memorabler Refrain dabei rauskommt und dafür besitzt die Band wahrlich ein Händchen. Darüber hinaus ist aber auch so ziemlich alles erlaubt, Cage The Elephant sind aber so schlau, die einzelnen Bestandteile in schlüssige Songs zu überführen. Da verpasst „Spiederhead“ dem Glam-Rock eine Schlammmaske und „Teeth“ ruft die Schrottplatz-Indiedisko aus, inklusive überhitzter Bläser, die die Szenerie zusätzlich zum Brodeln bringen. Kurz und knackig ist dagegen „Halo“, hier wechseln sich juvenile Hysterie und lässige Rhythmik aufeinander abgestimmt ab. Schön, wie in „Take It Or Leave It“ mit karibischen Vibes geflirtet wird, auch wieder ganz toll: der sehnsüchtige Refrain. Die Glanzpunkte des Albums   befinden sich im Übrigen immer da, wo die Songs von einer hymnischen Melancholie getragen werden, so im traurig niedlichen „Telescope“ oder im abschließenden „Cigarette Daydreams“. In diesen Momenten ist die Musik von Cage The Elephant gleichzeitig leicht und bedrückt, wirkt dabei wie von leichten Pinselstrichen erzeugt. Man muss bei der ganzen Vielfalt auch nicht wirklich alles gut finden, der Refrain von „Come A Little Closer“ wirkt zum Beispiel ein wenig abgegriffen und platziert sich etwas unmotiviert zwischen Kooks und Oasis. Und auch der Gastspot von Alison Mosshart im irgendwie zerfahrenen „It´s Just Forever“  kommt ein wenig aufgesetzt und affektiert daher. Ansonsten ist dies jedoch eine runde Sache, der geneigte Hörer bekommt ein paar potentielle Lieblingsmelodien an die Hand, zu denen es sich mitunter gut träumen lässt, gleichzeitig verführen die Songs aber auch zum gepflegten Popowackeln, ein Umstand, der den vielfältigen Rhythmusspielereien der Platte geschuldet ist. Das einzige, was vielleicht fehlt, ist ein roter Faden, „Melophobia“ stellt kein in sich abgeschlossenes Gesamtkunstwerk dar, sondern gefällt als etwas lose Ansammlung ziemlich toller Songs.

www.cagetheelephant.com

(Martin Makolies)