BEST COAST: Fade Away

BEST COAST: Fade Away

(Jewel City/ Kobalt Label Services/Rough Trade) Best Coast waren schon immer diejenigen, die die Dinge einfach gehalten haben, ihr munterer Bubblegum-Power Pop hat sich bisher nicht gerade einer intellektuellen Überfrachtung schuldig gemacht. Die Melodien gehen einen direkten Weg und auch die Lyrics sind eher schlicht gehalten, diesmal leidet Beth Cosentino unter akutem Herzbruch und einer Verunsicherung, was die eigene Identität angeht, alles dargeboten in einfachen Worten, „I wait for you to call/ but sometimes you don´t call at all“, solche Sachen halt. Dabei treffen Best Coast aber durchaus so manches Mal ins Schwarze, das eröffnende „This Lonely Morning“  ist ein wunderbarer Pop-Punk-Hit, der gerade durch seinen einfachen Aufbau so schnell zündet. Ein ordentliche Portion Surf and Roll gibt es mit „I Wanna Know“, in dem Cosentino die Beziehungsseile kappt, freilich mit schwerem Herzen, doch trotz allem mit jeder Menge Schmiss und Power. Nicht jeder Song auf diesem Minialbum weiß so unbedarft zu begeistern, „Who Have I Become“ bedient sich einer melodischen Beliebigkeit, die bei der schnörkellosen Aufmachung besonders schwer ins Gewicht fällt, das ist dann doch eher Billig-Pop mit Stromgitarren, obwohl, niedlich ist es trotzdem. In die Dunkelheit taucht dann „Fear Of My Idendity“ ein, doch auch dort kann man zu dieser Musik schön mit dem Fuß wippen, beschwingte Seelenpein, melodisch sanft abgefedert. Spätestens hier merkt man, dass Best Coast von einer umgreifenden Harmlosigkeit geprägt sind, nirgendwo tut es so richtig weh, die kleinen Leiden und Wehwehchen sind hübsch zurecht gemacht und dadurch leicht konsumierbar. An und für sich ist das auch nicht weiter schlimm, das führt eben nur dazu, dass diese Musik mit dem Eingängigkeitsfaktor ihrer Melodien steht und fällt. Und da haben Best Coast eben schon Besseres abgeliefert als das lahme und lauwarme „Baby, I´m Crying“. Und auch das abschließende „I Don´t Know How“ suhlt sich etwas lang in der eigenen Beliebigkeit, kriegt dann aber noch mit Schmackes die Kurve. Seinen Höhepunkt hat „Fade Away“ vielleichtbei seinem leichten Flirt mit dem Grunge im Titelstück, der Song walzt schön vor sich hin und erinnert an eine domestizierte Version von Hole, mit dem Unterschied, dass hier das Make Up perfekt sitzt und nicht verwischt ist. Gute Unterhaltung ist „Fade Away“ also auf jeden Fall und manchmal findet das Duo Best Coast auch die Jackpot-Melodien, mit denen sie die Straßen ihres  verschlafenen Sommerstädtchens  golden pflastern können.

Info: www.bestcoast.us

(Martin Makolies)