Leichtmatrose: Jonny fand bei den Sternen sein Glück

Leichtmatrose - Jonny fand bei den Sternen sein Glück

(I Am Surprised Records / believe digital) Es war niemals einfach anders zu sein. So heißt es im Refrain von „Johnny fand bei den Sterne sein Glück“. Anders sein ist niemals einfach aber manchmal vom Vorteil, jedenfalls wenn es um deutschsprachige Popmusik geht. Mit dem Strom schwimmen kann jeder, doch der Leichtmatrose rudert auf sanften synthetischen Wellen mit tiefem Untergrund.

Die melancholisch getränkte Stimme des Leichtmatrosen klingt zittrig wenn er tiefsinnig über das Leben auf der Überholspur singt. Mit Watte im Kopf ist alles unbeschwerter, doch wie in dieser Geschichte, auch das Ende schneller erreicht. Treibend und aufgebauscht setzt sich der Refrain an die facettenreiche Unterlage des Sprechgesangs, die sich aus beißenden Gitarren und harmonisch poppigen Klängen zusammenfügt.

Der düster stimmende Faden reißt auch beim zweiten Stück „Hier drüben im Graben“ nicht durch. Zum sanften Gesang vom Leichtmatrosen Andreas Stitz gesellt sich das raue Organ von Altmeister Joachim Witt. Bei diesem Duett bleiben Gedanken an „Die Flut“ und dem erhabenem Zusammenspiel mit Peter Heppner nicht aus.

Dunkel bleibt es auch bei „Reingelegt“. Zwar bezieht sich diese Schwärze nicht unbedingt auf die Musik, sondern auf den sarkastischen Text des Stückes.

Die Welt des Leichtmatrosen ist bittersüß und nachdenklich zugleich, dennoch erheitert sie und mach Spaß zuzuhören und neugierig. Neugierig auf mehr als diese drei neuen Songs. Denn die sind nach fünf Jahren Pause nur ein Tropfen auf dem heißen Indieboden, der genauso schnell wieder verdunsten kann.

8 out of 10 stars (8 / 10)

Info: www.leichtmatrose.com

(Martina Peitz)