SMOKE FAIRIES: SMOKE FAIRIES

(Full Time Hobby/ Rough Trade) Es ist doch wirklich verflixt, warum schaffen es Jessica Davies und Katherine Blamire nicht, auf ganzer Albumlänge zu glänzen? Das zieht sich jetzt schon durch alle Veröffentlichungen dieser englischen Damen und auch auf „Smoke Fairies“ deuten sie phasenweise ein exquisites Können an, nur um darauf lasche Banalitäten folgen zu lassen. Also in einem Satz: das erste Drittel ist famos, der Rest fällt hinten runter. Aber freuen wir uns über immerhin vier grandiose Songs. „We´ve Seen Birds“ ist eine Entschuldigung von Davies an Blamire, da diese die zukünftige Existenz der Band stark in Frage gestellt hat. Dieser Song ist luftig, nimmt die einfachen aber wunderschönen Melodieformationen auf die leichte Schulter und dennoch, ganz am Rande, liegt ein kleiner, dunkler Schatten auf dem Frühlingsgemälde. Und diese Dunkelheit steigert sich im nachfolgenden „Eclipse Them All“ zu einem geheimnisvollen Panorama, vor dessen Hintergrund die Smoke Fairies auf einer schwarzen Eisscholle vorbei treiben, langsam, mysteriös, ein wenig verwunschen gar. „Shadow Inversions“ bewegt sich dann mit einer dunkel wabernden Orgel an den Ambivalenzen von Licht und Schatten entlang, dieser Song wäre das absolute Highlight auf dem aktuellen Warpaint-Album gewesen. Dorthin hätte auch „Hope Is Religion“ gepasst, dessen Harmoniespitzen wie hingetupft wirken, wiederum vor einem latent düsteren Hintergrund, versteht sich. Tja, und dann reißt irgendwie der Faden, die Songs verlieren an Spannkraft, wirken allzu simpel ausgeführt, es fehlt an diesem wunderbar vielschichtigen Spiel mit der Klangstimmung, allzu eindeutig geben sich Songs wie „Waiting For Something To Begin“ und „Drinks And Dancing“. Misty Versions“ versucht sich zwar noch eine rostige Western-Attitüde zu implementieren, dass der Song jedoch von seiner Struktur her zu beliebig geraten ist, kann dieses Stilmittel aber auch nicht verbergen. Auch „Koto“ weiß noch mit einer in Maßen spannenden Strophe zu gefallen, bis ein weichgespülter Allerweltsrefrain den guten Eindruck verwässert. Es ist wirklich schade drum, die Smoke Fairies haben allen Anschein nach das nötige Können um ganz große aber dennoch bescheidene Stücke zu fabrizieren, doch leider verlieren sie nach einem Stück des Weges die Inspiration und ein Großteil auch dieser Platte wirkt dann wie eine lauwarme Tändelei.

6.5 out of 10 stars (6,5 / 10)

Info: www.smokefairies.com

(Martin Makolies)