THE JEZABELS: The Brink

(PIAS/ Rough Trade)  Oh je, was haben die vier Australier von The Jezabels denn hier angerichtet?  Hayley Mary und ihre drei Kumpanen wollen den großen Popmoment, an jeder Stelle und überall. Dagegen ist ja auch eigentlich nicht viel einzuwenden, gut gemachte, eingängige Musik ist wahrlich nicht der Teufel. Doch irgendwie haben The Jezabels da was falsch verstanden, Eingängigkeit sollte nicht mit banal verwechselt werden und das tut diese Band leider all zu oft. Marys Stimme ist da leider ein entscheidender Faktor, hemmungslos säuselt sie sich in kitschige Sphären, alles wirkt wie mit Plüsch ausgelegt, selten findet man lebendige Anhaltspunkte für das echte Schaffen einer Band. Der Titelsong geht da sogar noch in Ordnung, obwohl das haltlose Schwelgen in diesem Song sich wie eine große Aufregung um nichts ausmacht. Wenn man Vergleiche ziehen will: „The Brink“ hört sich in etwa so an, als hätten The Killers den Mädels von Haim verboten, sich kreativ auszuleben, das ist klebrig, unangenehm pathetisch und die musikalische Palette reicht gerade mal dazu aus, einen kitschigen Liebesfilm Dienstagabend auf Sat 1 zu untermalen. Die Gitarren wirken so, als müssten sie ja da sein, Besonderes tragen sie eher weniger bei, überlassen dem Keyboard oder dem Alibiklavier die Bühne, ohne dass diese irgendetwas Wichtiges zu sagen hätten. Dieses Album erinnert in seinem Auftreten an die tiefen Abgründe des Neunzigerpops und dahin wollen wir doch alle niemals mehr zurück, oder?

3.5 out of 10 stars (3,5 / 10)

www.thejezabels.com

(Martin Makolies)