DIORAMIC: Supra

DIORAMIC: „Supra“

(Pelagic / Cargo Records) Mit ihrem letzten Album „Technicolor“ haben die New-Prog Metal Band Dioramic 2010 für Furore gesorgt. Die Band um die Zaslavski –Brüder Arkadi und Anton legte damals ein ordentliches Brett ab, das durch die Bank gefeiert wurde. Wer konnte damals schon erahnen, dass wenige Monate später Anton als DJ und Produzent unter dem Pseudonym Zedd eine fette Weltkarriere startet?

Zwar saß Anton bei den Aufnahmen zu „Supra“ noch am Schlagzeug, aber das Album lag 2012 erst einmal auf Eis.  Dann verließ auch noch Bassist Jochen Müller die Band, um sich auf sein Studium zu konzentrierten und so mussten notgedrungen zwei neue Mitglieder her.Die übriggebliebenen Musiker fanden mit Max Nicklas einen neuen Bassisten und mit Paul Siedel von War From A Harlots Mouth einen neuen Drummer. Auch wenn die beiden Neuzugänge mit dem Aufnahmeprozess nichts zu tun hatten, das Album musste trotzdem fertiggestellt werden. Mit Hilfe von Crowdfunding wurde schließlich genügend Geld gesammelt, um das Album zu mixen, abzumischen und fertig zustellen.

Herausgekommen ist ein wirklich druckvolles und abwechslungsreiches Album, das definitiv zu den Highlights des Jahres gehört. Dioramic haben viel aufgesaugt und für sich einen entsprechenden Stilmix gefunden. Liegt das Album erst einmal im Player, entdeckt man für sich sehr viel. Langeweilie? Fehlanzeige! Vielleicht steht deshalb in fast jedem Review von „Supra“ einVergleich zu Muse – „nur härter“ im Text.

Wenn Dioramic sphärische Klänge anschlagen und zwischen cleanen Gesang und herzzerreisenden Geschrei pendeln, denkt man unfreiwillig an die Qualitäten der Deftones. Dazu erinnert Sänger Arkadi gesanglich an einigen Stellen an Matthias Sayer von den Farmer Boys, sofern die noch jemand kennt. Anderen erinnert es an Blackmail. Das verwundert aber nicht so sehr, weil Blackmail Mastermind Kurt Ebelhäuser als Produzent – wie auf „Technicolor“ – seine Finger im Spiel hatte. Der Kreis schließt sich. Jetzt müssen die neuen Mitglieder nur noch das auf die Bretter kriegen, was die alte Besetzung auf „Supra“ gezaubert. Große Sorgen muss man sich nicht machen, da bin ich mir sich.

9 out of 10 stars (9 / 10)

Info: www.facebook.com/dioramic

Tourdaten
03.10.2014: Hamburg – Headcrash
04.10.2014: Köln – Euroblast Festival
05.10.2014: München – Backstage Club
06.10.2014: Koblenz – Circus Maximus
07.10.2014: Saarbrücken – Garage
10.10.2014: Mainz – Schon Schön
11.10.2014: Berlin – Magnet Club