HAUDEGEN: Lichtblick

HAUDEGEN: Lichtblick

(Warner) Zwei Top-Ten Alben, ausverkaufte Hallen und eine riesige Fangemeinde verzeichneten Hagen Stoll und Sven Gillert alias Haudegen in den vergangenen Jahren. Nichtsdestotrotz haben Haudegen mit ihren beiden Alben „Schlicht & Ergreifend“ und „En Garde“ noch nie mein Interessiert geweckt, was auch ihr drittes Album „Lichtblick“ nicht ändern wird. Ob ihnen nach der Kreativpause mit „Lichtblick“ das Comeback gelingt, sei auch mal dahin gestellt. Wer auf „Gossen-Poesie“ der Marke Haudegen steht, der wird hier sicherlich was finden – ich find nix.

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(Markus Tils)


 

Harter Kern und weiche Schale- genau dieser Spruch umschreibt das Duo Haudegen. Ein Blick auf das Coverfoto erweckt den Eindruck, dass sich zwei Parteien zum Armdrücken gegenüber sitzen. Doch der erste Eindruck trübt, denn bei genauerem Hinsehen drücken die fest umschlossenen Fäuste Zusammenhalt aus.

Nach zwei erfolgreichen Longplayern melden sich Haudegen mit „Lichtblick“ zurück. Leute die sich ihre CDs nach Coverfotos aussuchen, werden bei Haudegen wohl nicht den erwarteten Inhalt finden. Die Gitarren sind zwar ständig im Anschlag, doch die sympathischen Herren spülen ihre Melodien gerne weich, in diesen Moment haben scharfe Saiten kein leichtes Gegenspiel. Dennoch kommt der rockige Sound bei dem Duo nicht zu kurz.

Gleich beim ersten hymnisch aufbrausenden „Zusammen sind wir weniger allein“ spiegelt sich das freundschaftliche Bild, der beiden in die Augen schauenden Männer wieder.

Ihre kleinen Geschichten über Freundschaften, Probleme, dem alltäglichen Leben und der Liebe beschreiben Haudegen selbst als Gossenpoesie. Mit Songs wie „Schlecht geht es mir gut“ wird sich so manch einer in gleicher Situation wieder erkennen.

Die Berliner haben ihren ganz eigenen Stil den passenden Musikhintergrund zu ihren Texten zu kreieren. Wenn etwas seicht beginnt, dauert es nicht lange, eine Ballade mit handfesten Rocksound aufzuarbeiten. Dazu sticht das raue Organ von Hagen Stoll im Zwiegesang mit Sven Gillert kratzig hervor.

Schon aus diesem Grund sollte man sich mit einer Haudegen CD in zwei Durchläufen beschäftigen. Im ersten hört man nur die Musik mit seinen kleinen Feinheiten. Im zweiten Gang konzentriert man sich nur auf die komplexen Texte. Bei 16 Tracks die auf „Lichtblick“ zu ergründen sind, kommt so schnell jedenfalls keine Langeweile auf.

7 out of 10 stars (7 / 10)

(Martina Peitz)

Info: www.facebook.com/Haudegen

Haudegen „Lichtblick“ Tour
06.10. Nürnberg – Hirsch
07.10. München – Strom
08.10. Stuttgart – LKA
09.10. Aarburg (CH) – Musigburg
11.10. Frankfurt – Batschkapp
13.10. Köln – Essigfabrik
14.10. Bochum – Zeche
15.10. Hannover – Capitol
18.10. Hamburg – Große Freiheit 36
21.10. Flensburg – Deutsches Haus
23.10. Dresden – Reithalle
24.10. Erfurt – Gewerkschaftshaus
25.10. Berlin – Huxleys