JOEY CAPE: Stitch Puppy

JOEY CAPE: Stitch Puppy

(Fat Wreck Chords / Edel) Fünf Jahre nach seinem letzten Soloalbum „Doesn’t Play Well With Others“ erscheint mit „Stitch Puppy“ das neueste Werk des Lagwagon und Me First And The Gimme Gimmes Sängers. War Joeys Soloprojekt schon immer auch eine Spielwiese für experimentellere Sounds, variierende Instrumentierungen und stilistische Vielfalt, so setzt er diesen Weg auf dem neuen Album unbeirrt fort. Im Mittelpunkt die Akustikgitarre, ein Klavier und natürlich seine charismatische Stimme. Textlich ist „Stitch Puppy“ natürlich eine sehr private Angelegenheit. Joey Cape wäre wohl der erste, der zugibt, dass die letzten Jahre nicht unbedingt die einfachsten seines Leben waren. So langsam geht es für ihn auf die 50 zu und einen Post-Punkrock-Rentenplan gibt es nicht wirklich. Dass er nicht der einzige ist, der sich mit dem Problem des Älterwerdens beschäftigt, zeigen die vielen Abgänge prominenter Vertreter der „live fast, die young“-Generation in den letzten Jahren. Kein Wunder also, dass Lagwagons „Hang“ ziemlich düster geriet, was sich sowohl in den Texten als auch auf dem von einer Schlinge gezierten Cover zeigte. Auch „Stitch Puppy“ verkündet nicht unbedingt Sonnenschein, vermittelt aber eine ganz eigene Schönheit und Düsterheit, die einem beim Hören gänzlich umhüllt.

(7,5 / 10)

Info: www.facebook.com/joeycape

This Life Is Strange von Joey Cape auf tape.tv.