TURBOSTAAT: Abalonia

TURBOSTAAT: Abalonia

(PIAS Germany/Rough Trade) Es gibt Platten, da weiß man nach den ersten Tönen, dass man sie mag. Manche sogar mehr als das. Das nach zwei Jahren Wartezeit erschienene „Abalonia“ von Turbostaat ist so ein Fall, und das anfänglichen Verliebtheit, hat sich mittlerweile eine echt ernsthafte Beziehung entwickelt. Bezeichnenderweise besticht das wohl ambitionierteste Album der Norddeutschen nicht nur mit oberflächlicher, sprich eingängiger Schönheit, sondern auch mit längerfristiger Ehrlichkeit und Tiefgang. Auch wenn sich die Beziehung in einigen Moment schwermutig und melancholisch gestalten,  „Abalonia“ rüttelt wach.

„Komm mit mir / Wir bleiben nicht zum Sterben hier“ singt Jan Windmeier in „Rupperts Grün“, dem Opener der Platte. Die Platte erzählt die fiktive Geschichte von Frau Semona, die ihr gewohntes Umfeld verlassen muss und sich auf die Suche nach Abalonia begibt. Ein imaginärer Schicksalsort irgendwo zwischen „Game Of Thrones“ und Homers „Odyssee“, Theodor Storms „Schimmelreiter“ und Kerouacs „On The Road“. Turbostaat haben mit ihrem Konzeptalbum das mit der klassischen Geschichte von der Flucht und der Suche nach einem besseren Leben beginnt. Ein Statement!

Man spürt, mit welcher Freude Turbostaat die ganze große Punkrock-Keule rausholen, um „Abalonia“ zu einem jener seltenen Punkrock-Trips zu machen, die man anhört, wie man einen guten Film ansieht; ohne Ablenkung, mit Spannung jede neue Wendung erwartend. Mit „Abalonia“ ist Turbostaat ein kompaktes Album geglückt, dessen packender Erzählbogen nicht nur das Tanzbein anspricht.

9.5 out of 10 stars (9,5 / 10)

Info: www.facebook.com/turbostaat