Lontalius – I´ll forget 17

Lontalius – I´ll forget 17

(Partisan Records/Pias) Der 18-jährige Lontalius aka Eddie Johnston aus Wellington in Neuseeland veröffentlicht bereits seit seinem 13 Lebensjahr Musik. Bekannt wurde er mit seinen Coverversionen von R&B-Songs wie „Pills & Potion“ (Nicki Minaj), „XO“ (Beyonce) oder „Body Part“ (Ciara). Auch vor Drake, Justin Bieber und Pharrell machte er nicht Halt und veröffentlichte diese auf Youtube und Soundcloud. (Die Links findet ihr unten im Text.) Durch seine eigenwilligen, melancholisch-gefärbten Interpretationen der Songs erzielte er auf diesen Plattformen eine beachtliche Resonanz. Mit seinem Debütalbum setzt er nun den Fokus ganz auf sich und fängt dabei die innere Gefühlswelt dieses schwierigen Alters ein.

“You are moving so fast/ but I caught a glimpse of you,” singt der 18-jährige Eddie „Lontalius“ Johnston auf seinem Debütalbum, I’ll Forget 17, das am 25. März auf Partisan Records erscheint. “Feeling so sweet/ but then it goes away.” Wie die meisten Teenager setzt er sich mit seinen Gefühlen auseinander: Die erste Liebe, ihre Vergänglichkeit, die großen Probleme der Welt, die er dennoch erfahren will. Lontalius stellt sich all die existentiellen Fragen, mit welchen sich jeder von uns beim Erwachsenwerden auseinandersetzt und verpackt sie in diese hoffnungsvoll klingenden Popsongs.

Wenn man sich das außergewöhnliche Debüt des jungen Sängers anhört, könnte man meinen man ist über den Tumblr eines Teenagers gestolpert, der sein ganzes Emotions- und Gefühlschaos offenlegt. Johnston nahm Kraft und Beistand aus den Zeilen von Frank Ocean’s Song „White“, wonach er auch sein Album benannt hat. “Being 17 felt like such an important year, maturing and falling in love,” sagt Johnston. Als ich Frank sagen hörte: ‘I’ll forget 17, I’ll forget my first love like I forget a daydream,’ wurde mir klar, obwohl es sich für mich so wichtig anfühlte, dass es wahrscheinlich in 5 bis 10 Jahren nicht mehr so sein wird. Als Johnston das erste Mal außerhalb Neuseelands nach Bristol reist, um mit Ali Chant von Toybox Studios aufzunehmen (PJ Harvey, Perfume Genius , M. Ward), wurde es ihm immer wichtiger diese wehmütigen, manchmal schmerzhaften Gefühle einzufangen. “Having more people pay attention really spurred me on”, sagte Johnston als er den nächsten Schritt vom Bedroom Producer zu einem in der realen Welt machte. “When you’re down in New Zealand, having international fans is really something.”

Johnston’s Liebe für Musik spiegelt die fast jeden Kindes wieder. Seine Eltern spielten im Beatles vor und mit acht bekam er seine erste Gitarre. Als er 2007 einen eigenen Computer bekam, begann er ernsthaft Musik zu machen. “I found free software to record my own music and started to experiment with writing my own songs,” sagte er. “I started uploading videos. The first YouTube videos are of me singing Crowded House songs.”.

Mit seiner Liebe zur Musik verhält es sich ähnlich wie mit seiner Leidenschaft für das Online-Leben. Auf die Frage nach seinen Hobbies, antwortet er schlicht: “the Internet.” Was vielleicht eine seltsame, aber entschlossene und ehrliche Antwort ist. Johnson scheut sich nicht davor solche Gefühle und Emotionen auszusprechen, egal ob sie unangenehm sind oder nicht.

Seinen Künstlernamen hat Johnston auch online gefunden – beim willkürlichen Klicken durch Wikipedia-Artikel, obwohl er sagt: “it was always rowing teams from the 1700s that came up.” Eines Tages klickte er herum und

Lontalius erschien auf seinem Bildschirm. „I just liked the way it sounded“, sagt er mit einem Schulterzucken. Es ist der Name einer Schmetterlingsgattung aus der Lycaenidae Familie, die auf Borneo und den Philippinen vorkommt.

Wie bei den meisten Teenagern war Johnston’s Musikgeschmack wechselhaft. Von Coldplay bis Radiohead, bis er den Pop voll und ganz für sich entdeckte. Bald begann er damit Cover von Pop-Hits mit einer 808 und einem alten Casio MT- 45 zu untermalen und ins Netz zu stellen. Die Geräte kaufte ihm ein Freund für 2$. Durch das Covern seiner Idole, lernte er auch etwas über seine eigenen Fähigkeiten und sein Talent: “I found that covers improved my sense of melody. My voice isn’t amazing, but having to sing Beyoncé songs pushes you a little bit and widens your voice.”

Durch das Posten seiner erfrischenden Coverversionen konnte Lontalius den großen hyper-vernetzten kanadischen Produzenten und DJ Ryan Hemsworth als Fan gewinnen. Bald darauf arbeiteten die Beiden zusammen und Lontalius’ Stimme war in Hemsworth’s Song „Walk Me Home“ zu hören. “Ryan comes from this world I only really dreamt about,” sagt Johnston. “Having him put my cover on one of his mixes and then adding me on Facebook was like a dream come true.”

Ebenso verdankt er auch Hemsworth die Verbreitung des Gerüchts, dass er ein Klassenkamerad der neuseeländischen Kollegin Lorde war. Obwohl das nicht stimmte, spielten beide dies auf Twitter aus und haben sich sogar getroffen, bevor der Song „Royals“ durch die Decke ging. “I was shocked that Lorde was the same as me,” sagt Johnston. “She was still just a teenager interested in music. Seeing her incredible success was really inspiring. That doesn’t happen to New Zealanders often.”

I’ll Forget 17“ könnte wie ein Blitz einschlagen, da das Debütalbum eine glänzende neue Stimme am Pophimmel ankündigt. Während die Fans Lontalius bisher für seine Fähigkeitbewundert haben, traurige Stimmungen in Popsongs zu einzufangen, überträgt sich sein emotionaler Scharfsinn diesmal in seine eigenen Songs. I’ve always really loved dance remixes where they put an emotional breakdown with an acapella,” sagt er und fügt hinzu, dass ein Lied wie „Kick in the Head“ immer einer seiner Favoriten bleiben wird, weil er dadurch, wie er meint: “started writing about real experiences and real feelings.”

Auch wenn er sich ein Namen durch traurige Interpretationen von Pop-Songs machte, ist Lontalius momentan absolut glücklich, da er nun sein Schlafzimmer in Neuseeland zurücklassen wird und mit einer echten Band auf Welt-Tournee geht. Diese beinhaltet Stops in New York auf dem CMJ Festival und der Red Bull Music Academy in Paris. “I’m not really sad,” sagt Johnston. “I’m emotional, but I’m not depressed. I just like sad music.”

Gegenwärtig arbeitet Lontalius mit Om’Mas Keith (Produzent von Frank Ocean) bereits an Songs für ein zweites Album. Denn schon sein Debüt „I’ll Forget 17″ unterstreicht welches einmalige Talent dieser sehr junge Künstler besitzt.

Info: www.facebook.com/Lontalius