Apologies, I Have None: Pharmacie

Apologies, I Have None: Pharmacie

(Uncle M /Cargo Records) Schwermut – der erste Gedanke, wenn „Pharmacie“ zu spielen anfängt. Langsam rollt das zweite Album der Londoner Band an. Das hat auch weiterhin nichts zu tun mit dem, was konventionell als „Gute Laune Pop Punk“ gilt. Intensiver und emotionaler Punkrock trifft es da schon viel besser. Bands wie die früheren The Gaslight Anthem, The Menzingers und natürlich Hot Water Music können vielleicht als Anhaltspunkt herhalten.

„Pharmacie“ beschreibt den raschen Verfall geistiger Gesundheit und die Auswirkungen, die dieser auf ein eng verbandeltes Liebespaar hat. Dabei handelt es sich um eine Fortführung des Themenkomplexes auf der EP- “Black Everything“, welcher wiederum Themen behandelt, die schon “London“ dominiert hatten. Allem voran stand auf “London“ die Hassliebe zu einer der größten Metropolen der Welt, für die Bandmitglieder Heimat und Hölle zugleich, die aber trotz aller Melancholie noch Hoffnung auf eine bessere Zukunft vermittelte und den Aufbruch und den Blick nach vorn in hymnischen Punkrock goss.

Auf „Pharmacie“ wechseln sich emotionale Stimmungen, intensive Riffs und filigrane Momente einander ab. Was teilweise noch recht leise und mit minimalistisch gehaltenem Instrumenteneinsatz beginnt, schaukelt schon bald zu einer mächtigen Gitarrenwand. Und dann beweisen Apologies, I Have None aber auch, dass sie leise bleiben können, brüchig klingen, nachdenklich. Oder es wird doch wieder laut, bleibt dabei trocken und schafft es trotzdem eine Eingängigkeit zu erzielen, wie sie nicht unbedingt typisch für dieses Genre ist. Dennoch: All die Energie kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Verzweiflung in diesen Songs steckt, die sie noch schwerer machen, als es die Musik allein auszudrücken mag. Schön, aber eben voller Schwermut und Depression.

8 out of 10 stars (8 / 10)

Info: www.facebook.com/apologiesihavenone