THE GROWLERS: City Club

(Cult/ Rough Trade) Was hat denn bloß die Growlers aus Kalifornien geritten? Bisher zeichneten sie sich durch einen durchaus anregenden Surf-Rock mit psychedelischen Untiefen aus, doch jetzt scheint sie der Nullerjahre-Blues gepackt zu haben. Ihr wißt noch, die Zeit, als jede Woche drei neue Indiebands um die Ecke kamen, die der NME zu den Rettern der Rockmusik hochjubelte….Bezeichnenderweise hat Julian Casablancas das neue Album „City Club“ produziert, wobei dies einem behäbigen Akt der Selbstbeweihräucherung gleich kommt.

Das Album hat nämlich ein großes Problem. Es bildet nicht das Aufregende, Leidenschaftliche dieser Ära ab, sondern gibt nur die grobe Schnittmenge all der Bands wieder, die uns damals auf die Tanzfläche getrieben haben, bereichert durch ein wenig Disco und Soul. Und so hört man sich die ersten Songs noch mit einer gewissen Nostalgie an, der Titel-Song hat einen Refrain, der gar nicht erst versucht, seine Strokeiness zu verbergen, „I´ll Be Around kreuzt Reggae mit den Arctic Monkeys, und immer so weiter. Nur aus einem wissenden Lächeln wird schnell Langeweile. Die Songs sind zu schematisch, Strophe, (eventuell) eine Bridge, dann der Refrain. Das Ganze gibt es dreizehn mal, bitte, es wird gegessen, was auf den Tisch kommt.

Dabei sind The Growlers durchaus um ein abwechslungsreiches Klangbild bemüht. Lateinamerikanische Rhytmik, ein satter 70er-Discobeat, es gbt schon einige Zutaten. Das Problem ist nur, dass diese von einer streng abzuarbeitenden To do- Liste zu stammen scheinen. Man hat immer wieder das Gefühl, dass die Growlers sich zusammengesetzt haben und krampfhaft darüber nachgedacht haben, was ihre blassen Songs ein wenig aufpeppen könnte. Zwingend notwendig wirkt da eigentlich nichts. Die Stücke auf „City Club“ sind so stromlinienförmig und konform, dass man sie mühelos in unzähligen Spielarten darbieten könnte. Dieses Album hätte auch eine Powerpop-Platte werden können oder Abziehbild-Punk. Eigentlich ist es auch völlig egal, wie diese Songs daherkommen, da sie eher Schablonen darstellen. Und so erinnert „City Club“ auch nicht an die Hochphase des Nuller-Indierocks, sondern an die Zeit, als man begann, dieser Musikrichtung überdrüssig zu werden.

4.5 out of 10 stars (4,5 / 10)

Info: www.facebook.com/losgrowlers