LOS ANGELES POLICE DEPARTMENT: Los Angeles Police Department

(Anti/ Indigo) Von der Polizeidienstelle Los Angeles- West ergeht folgender Hinweis:

Vorsicht, die Liebe geht um! Insbesondere unseren jüngeren Mitbürgern sei gesagt, lassen sie sich nicht zu Überschwang oder Verzweiflungstaten hinreißen und vor allem: spielen sie ihre Instrumente umsichtig und mit Bedacht. Lassen sie sich gesagt sein, es ist alles nicht so schlimm!!!

Solch mahnende Worte braucht Ryan Pollie nicht wirklich. Der Kopf des Los Angeles Police Departments leidet zwar unübersehbar an der Liebe, er hat seine Emotionen musikalisch aber unter Kontrolle. Keine zerrütteten Ausbrüche, kein Aufbegehren, Pollie ist in Sachen Soft-Rock unterwegs und macht es seinem Publikum damit erst mal eher schwer. Denn diese Form der Musik hat es an sich, dass man ihren Wert erst nach und nach erschließt. Zuerst ist man als Hörer darauf bedacht, markante Höhepunkte zu erkennen, doch dies passiert bei dem selbstbetitelten, zweiten Album des Los Angeles Police Departments nicht. Betont unspektakulär, bescheiden kommen diese Songs daher, die doch textlich so viel emotionale Schwere in sich tragen. Doch die Schönheit der zurückgezogen lebenden Melodien muss man erst mal entdecken, muss sich erst mal einlassen auf das gedrosselte Tempo, auf die unaufgeregte Handwerksarbeit von Pollie. Dieser arbeitet gerne mit strombetriebenen Tastenistrumenten, weiß aber auch die Ehrlichkeit eines schlichten Pianos zu schätzen. Die Gitarren, die sparsam eingesetzt werden, sind immer weichgezeichnet, packen nirgends zu, halten eher die Hand, wenn es darum geht, einen Song nach Hause zu bringen.

Jetzt sagen wir aber auch mal etwas über den Seelenzustand von Pollie: wie gesagt, er ist in love. Und das heißt, es darbt und leidet. Auf der einen Seite ist da die große, unstillbare Sehnsucht: „and darling, how I long for you, believe me“ Andererseits steht da die Angst im Raum, der ganzen Sache nicht gewachsen zu sein, „and I find it hard to be in love“. Anstatt aber mit Entschlossenheit dieses Gemisch aus Leidenschaft und Verunsicherung in Ordnung zu bringen, suhlt sich Pollie noch ein wenig in der bittersüßen Gefühlsmelange. Und das ist schön für uns. Denn im Verborgenen blühen wundervoll sanfte Melodien, die, würde man sie berühren, in sich zusammen fielen.

Besonders gelungen sind „Sooner Or Later“, dessen Tastentupfer die nächtliche Terrasse belichten, wenn man aus Liebeskummer mal wieder nicht schlafen kann, und das bereits zitierte „Hard“: in einem Countryambiente wird ein Refrain vorgetragen, der sich ausnahmsweise ein wenig breiter aufstellt und damit für Frühlingsgefühle in einem verschlafenen Setting sorgt.

Dass die Stücke auf „Los Angeles Police Department“ derart aufgeräumt wirken, erstaunt mitunter, wenn man in den Texten einer gewissen Derangiertheit auf der Spur ist: “I´m travelling on the wrong side of the road/ and how I got there/ well I don´t know“

Da kann man an dieser Stelle direkt dankbar sein, dass Pollie seine emotionalen Untiefen geordnet und in solch bezaubernd zarte Soft Rock-Kleinode gepackt hat. Ein Keyboard erzeugt beim Kuscheln warme Klänge, die Gitarre streichelt den Song mit stoischer Zuneigung und Ryan Pollie singt dazu, als müsse er seine Wunden mit allergrößter Behutsamkeit versorgen, Pollie befindet sich in der Rekonvaleszenz, doch am Horizont schimmert die Sonne schon wieder aufmunternd. Love sucks, Love is all!

7 out of 10 stars (7 / 10)

Info: www.facebook.com/LAPDmusic