5BUGS: Mit einem leichten Augenzwinkern

Mit ihrem letzten Album „Tomorrow I’ll Play God“ wurden 5Bugs als „eine der absolut spielstärksten deutschen Newcomerbands der Stunde“ bezeichnet. Sicher, dass Sally Magazin hatte nicht ganz unrecht, denn live sind die Berliner schon eine Hausnummer! Nun sind zwei Jahre vergangen und das Image vom Newcomer muss abgelegt werden. Zeit, den richtigen und wichtigen Schritt zu gehen. Mit „Best Off“ gehen 5Bugs diesen Schritt, ein Brückenschlag zwischen melodischen Punk und Alternativerock. Per Mail standen Bassist Daniel und Gitarist Snöt den Fragen am Bildschirm gegenüber.

Ihr habt euer Album Best Off genannt. Das „Off“ fällt direkt auf und die erste Vermutung einer echten „Best Of“ war schnell vorüber. Der zweite Gedanke war, dass man mit diesem Titel auch sein letztes Album bezeichnet könnte. Was steckt nun hinter diesem Titel?

Snöt: Also von Aufhören kann bei unserem aktuellen Tatendrang keine Rede sein und „Best Off“ ist natürlich ein kleines Wortspiel. Auf dem Album ist das Beste, was wir seit der letzten Platte gemacht haben und der Titel transportiert gleichzeitig, dass man sich selbst nie zu ernst nehmen sollte.

Als „Tomorrow I’ll Play God“ raus kam wurdet ihr vom Uncle Sally Magazin als „eine der absolut spielstärksten deutschen Newcomerbands der Stunde“ bezeichnet. Wie definiert ihr den Begriff Newcomer? Betrachtet ihr euch noch als Newcomer?

Daniel: Man selbst betrachtet sich wahrscheinlich sehr schnell nicht mehr als Newcomer, da einfach viel Routine reinkommt und man eine Menge Shows schon gespielt hat. Nach acht Jahren Bandgeschichte, drei Alben und über 350 Shows würden die meisten Leute wohl auch nicht mehr von einer Newcomernband sprechen, wobei das die lieben Majorlabels sicherlich wieder anders sehen. Aber wir sehen uns nicht als Newcomerband.

Ich  habe gelesen, dass ihr auch als „authentische Typen, die Spaß an der Sache haben“ bezeichnet. Wie macht sich das bemerkbar?

Daniel: Ich denke das sieht man eigentlich ganz gut an unserem neuen CD-Design, was damit gemeint sein könnte, nämlich einfach wir, wie wir sind. Immer mit einem leichten Augenzwinkern bei der Sache und alle nicht ganz so ernst zu nehmen. Und das versuchen wir auch auf der Bühne so umzusetzen.

Was unterscheidet „Best Off“ gegenüber den Vorgängern?

Snöt: Auf „Best Off“ geben wir mehr von uns Preis. Das Artwork wurde ja schon angesprochen und das lässt sich 1:1 auf die Musik übertragen: Wir zeigen, wer wir sind und was uns bewegt und verstecken uns dazu nicht in einer Schublade. Die Songs sind vielfältiger und facettenreicher, ohne an Energie und klarer Linie zu verlieren.

Wenn ich mir euer Album „Best Off“ anhöre, muss ich sagen, dass man mit eurem Bandnamen eigentlich was anderes assoziiert. Man denkt eher an Ska oder Punk? Kommt das oft vor, dass ihr anhand eures Bandnamens quasi „verwechselt“ werdet?

Daniel: Eigentlich eher selten, aber vielleicht auch weil man auf Tour Leute trifft, die einen schon kennen. Uns gibt es ja inzwischen fast acht Jahre und eine Band braucht nun mal wie ein Kind einen Namen. Ob wir uns heute auch noch 5BUGS nennen würden weiß ich nicht, aber es hätte uns sicherlich auch schlimmer treffen können.

Welcher Song des Albums liegt euch besonders am Herzen?

Snöt: Das willst du jetzt sicher nicht hören, aber es ist einfach die Wahrheit, dass wir uns wirklich um jeden einzelnen Song viele Gedanken gemacht und ihn liebgewonnen haben. Wir sind nicht so eine Band, die 50 Lieder schreibt und sich dann die besten für die Platte raussucht, sondern wir arbeiten so lange an einem Song, bis er uns besonders am Herzen liegt. Vorher bezeichnen wir keinen Song als fertig.

Eure erste Single ist „Wake Me After Midnight“. Was war ausschlaggebend dafür, gerade diesen Song als erste Single zu wählen.

Snöt: „Wake Me After Midnight“ macht von der ersten Sekunde an deutlich, dass wir uns weiterentwickelt haben. Er klingt besonders, ist trotzdem eingängig und hat einen riesigen Spannungsbogen zwischen Strophe und Refrain. Wenn ich Text und Musik zusammen höre, fühle ich mich wie im Kino.

Ist es manchmal schwer seine Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen und sie letztendlich auf Papier zu bringen?

Snöt: Ja, Gedanken und Gefühle in Worte zu übersetzen ist immer eine große Herausforderung. Aber es ist auch unheimlich interessant, denn jemand anderes versteht unter den gleichen Worten wieder andere Emotionen und so entwickelt sich eine Dynamik, die elementar wichtig für jegliche Kunstform ist.

Ihr seit jetzt schon einiger Zeit als Band aktiv. Was hat euch in diesem Business am meisten aufgeregt? Was enttäuscht euch immer noch und was ist erfreulich?

Daniel: Erfreulich ist es, dass man auf Tour immer wieder Leute trifft, die wirklich auf Musik stehen und für die das, auch wenn sie selbst keine Musik machen, ein Lebensinhalt ist. Enttäuschend ist die ganze Maschinerie „Musikbusiness“ und umso mehr man sich darin auskennt, desto schlimmer findet man das alles. Da gehen Dinge vor sich, die man sich kaum vorstellen kann und da laufen Leute rum, die jungen Bands Dinge erzählen, die einfach nicht stimmen und nie eintreffen werden.

Momentan werdet ihr von einem Radiosender begleitet, der täglich über euch berichtet. Wie ist es, wenn man quasi ständig von der Presse begleitet wird und alles über Produktion, Finanzierung und Marketing der Platte preis gibt?

Daniel: Radio Fritz bringt eine kleine vierteilige Serie über uns, in der der Zuhörer ein bisschen hinter die Kulissen unserer Veröffentlichung schauen kann. Dazu hat uns Fritz jetzt allerdings nicht tagtäglich begleitet, es ist also keine Reality-Soup, wie man sie aus dem Fernsehen kennt. Viel mehr geben wir einfach unsere Erfahrungen weiter, die wir bisher gesammelt haben, das ganze richtet sich ja auch an junge Bands und Künstler, die dann vielleicht daraus auch einfach was lernen können oder sich ein paar schlechte Erfahrungen sparen können, die wir schon gemacht haben. Und dann hat das ja vielleicht auch einen Nutzen für jemanden.

Für eine Berliner Band ist es sicherlich das Größte im SO36 zu spielen. Gibt es sonst noch Location in denen ihr gerne auftretet?

Daniel: Oh, es gibt zahlreiche Locations in ganz Deutschland in denen wir gerne auftreten, wobei es oft auch nicht auf die Location ankommt, ob es eine geile Show wird. Manchmal springt der Funke einfach über und dann kannst du mit den Leute ein super Konzert haben, das ist meistens viel wichtiger als die Location selbst.

Was macht ihr, wenn ihr nicht gerade Musik macht (Beruf,Studium usw.)

Daniel: Wir haben alles dabei: Flo betreibt sein eigenes Studio, Chris hat gerade sein Diplom geschrieben, Samy arbeitet im Bookingbereich, Snöt studiert noch und ich habe ebenfalls ein Diplom und bin freiberuflich im Grafikbereich unterwegs.

Die letzen Worte gehören euch, was möchtet ihr euren Fans und unseren Lesern gerne noch mit auf den Weg geben?

Snöt: Wir freuen uns über jeden Besucher auf 5Bugs.com oder myspace.com/5bugs und unsere CDs kann man kaufen… Persönlich sehen wir uns dann bei unseren Konzerten, bis dann!

Info: www.myspace.com/5bugs

(Markus Tils)