THE DURANGO RIOT

„Backwards Over Midnight“ heißt das neue Album von The Durango Riot und ist jetzt schon eine Weile auf dem Markt. Frisch, unverbraucht und trotzdem irgendwie Classic Rock, so stellt sich die Scheibe dem Hörer dar. Was Gitarrist und Sänger Fred Andersson dazu zu sagen hat, könnt ihr hier lesen.

Zwischen „Telemission“ und „Backwards Over Midnight“ liegen fünf Jahre. Warum hat es so lange gedauert, dass neue Album raus zu bringen?

Nun, zu allererst: wir sind sehr viel getourt. Und als wir dann tatsächlich Zeit hatten, ein neues Album aufzunehmen, standen wir ohne Plattenfirma da. Aber wir haben uns dann dazu entschlossen, das Album auf jeden Fall zu machen. Also haben wir uns Zeit genommen, die richtigen Leute dafür zu finden und was man sonst noch so braucht, um die Sache zu erledigen. Jetzt fühlt es sich so an, dass es das Ganze wert gewesen ist und wir sind dementsprechend guter Laune. Und wenn wir vom Touren zurück sind, machen wir direkt das nächste Album.

Wo liegen denn die Hauptunterschiede zwischen den beiden Alben? Was ist neu im Sound von The Durango Riot?

Ich habe das starke Gefühl, dass wir mit „Backwards Over Midnight“ etwas geschaffen haben, das wirklich aus uns selber kommt. Das finde ich sehr cool und für mich ist das die Essenz des Musik Machens: dieser Groove, der so nur möglich ist mit diesen vier Leuten in der Band. Die erste Platte war eher dazu da, alles raus zu lassen und zwar so laut wie möglich. Diese Form des Chaos ist zwar noch da, hat jetzt aber viel mehr Facetten. Man findet jetzt viel mehr in unserem Sound.

„Telemission“ war sehr beliebt bei Kritikern und Fans. War es sehr schwer, einen Nachfolger für solch ein erfolgreiches Album zu machen?

Es ist viel zwischen diesen beiden Alben passiert, und ich kann mich ehrlich gesagt gar nicht mehr dran erinnern, was ich gedacht habe, als wir das erste Album machten. Und irgendwie glaube ich, dass das auch nicht wichtig ist, es interessiert nicht, was einmal war. Man macht neue Erfahrungen, erhält neuen Input und wird inspiriert und das sammelt man  und dann schaut man, was dabei rumkommt. Solange man sich dabei nicht wiederholt, ist man, so denke ich, auf dem richtigen Weg.

„Everybody`s Got To Go“ ist ein typischer Album Opener und hat so ein Stampede-Feeling. War das einer der ersten Songs, die ihr aufgenommen habt, und was habt ihr mit Western-Musik am Hut?

Ja, das war tatsächlich einer der ersten Songs, die wir  geschrieben haben und der erste, den wir aufgenommen haben. Wir haben verdammt hart daran gearbeitet, damit alles passt. Er ist so etwas wie unsere Version von „Sympathy For The Devil“, wir haben solange daran rumgebastelt, bis wir endlich den richtigen Groove gefunden haben. Über Western-Musik weiß ich nicht so viel, wir hören gerne Hank Williams und solches Zeug und sicherlich findet man in „Backwards Over Midnight“ einen gewissen Blues- und Countryvibe. Eine Westernplatte wollten wir aber sicherlich nicht machen.

Songs wie „Do It Like A Fiend“ und „Neighbours“ sind ziemlich straighte Rocksongs. War es ein Ziel Songs zu schreiben, die den Hörer leicht packen?

Ach, das passiert einfach so, wirklich. „Do It Like A Fiend“ ist so ein Song, über den man manchmal stolpert. Ich bin mit diesem Song in meinem Kopf aufgewacht und am selben Abend haben wir ihn aufgenommen.“Neighbours“ entstand aus einem Riff, mit dem unser Bassist Hakan ankam. Normalerweise stecken da keine größeren Gedanken dahinter, nur das verzweifelte Bedürfnis uns selbst zu unterhalten und die Sache spannend zu machen.

Der Titeltrack hat einen eher zurückgelehnten Groove. Welche Gefühle wolltet ihr mit diesem Song transportieren?

Dieser Song ist ein ziemlich gutes Beispiel für den Sound, den ich meine. Dieser Song ist mit der Zeit einfach gewachsen und wächst immer noch, jedes Mal, wenn wir ihn live spielen. Aber nochmal, da steckt kein besonderer Masterplan dahinter, sondern nur ein solider, cooler Groove, der uns antreibt.

Ganz allgemein: wie sieht der Schreibprozess eines typischen Durango Riot Songs aus? Kommt da jemand mit einer Idee an, und der Rest der Band arbeitet daran, oder wie sieht das aus?

Normalerweise kommt jemand mit einer Idee an, einer Melodie oder einem Riff und wir spielen ein bisschen damit rum. Dann nehme ich das eventuell mit nach Hause und  arbeite ein bisschen weiter daran, schreibe zum Beispiel ein paar Lyrics dazu. Dann lege ich das wieder der Band  vor und wir schauen, was daraus wird. Man kann wahrscheinlich sagen, diese Form der Arbeit ist irgendwie unstrukturiert aber es funktioniert.

„Shiny Season“ ist zu Beginn ein eher ruhiger Song. Welche Rolle spielt er im Albumkontext?

Ich denke, dieser Song war etwas ganz neues für uns, und es wurde wirklich interessant, daran zu arbeiten. Er passt gut rein in die Stimmung dieses Albums.

„Backwards Over Midnight“ ist jetzt eine Weile draußen. Seid ihr zufrieden mit den Reaktionen? Habt ihr andere Reaktionen erwartet?

Oh, wir sind wirklich sehr glücklich mit den Reaktionen. Wir haben das Album einfach veröffentlicht und sind dann auf Tour gegangen, und die Leute scheinen wirklich zu mögen, was wir da gemacht haben.  Erwartet haben wir gar nichts, wie könnten wir auch? Wir machen einfach weiter und treten auf. Und alles, was die Möglichkeit übersteigt, Alben aufzunehmen und vor großen Menschenmengen zu spielen, ist ein Bonus.

Jetzt wo das Album draußen ist, was sind die Pläne für die nächsten Monate und Jahre?

Bis Weihnachten sind wir erst mal auf Tour, danach geht es nach Hause, wo wir an neuen Songs arbeiten werden. Dann gibt es vielleicht noch ein Paar Shows Anfang nächsten Jahres. Aber das große Ziel ist es, eine neue Platte zu machen. Wir arbeiten also ganz normal weiter, Business as usual.

Danke für das Interview

Info: www.facebook.com/thedurangoriot

(Martin Makolies)