KYLESA, TORCHE, COALESCE: It’s getting hot in here

(29.06.2009, Köln, Die Werkstatt) Montagabend, 31 Grad, eine schwüle Hitze liegt in der Luft. KYLESA, die solche klimatischen Verhältnisse aus ihrer Heimatstadt Savannah, Georgia gewohnt sind, hängen entspannt mit den beiden anderen Bands vor der Werkstatt ab und genießen die letzten Tage der gemeinsamen Tour. Das Kölner Konzertpublikum versucht währenddessen, seine Körper mit ausreichender Bierzufuhr runterzukühlen. Und wo draußen das süße Leben regiert, sieht man sich drinnen mit dem Ernst des Lebens konfrontiert und wird gezwungen, knallharte Entscheidungen zu treffen.

Während TORCHE und COALESCE sich auf ein Mindestmaß an Merchandise beschränken, haben KYLESA nicht weniger als 10 verschiedene T-Shirt Designs im Gepäck. Viel Zeit zum Überlegen haben die Fans nicht, denn KYLESA eröffnen den Abend pünktlich mit ihrem Mix aus Sludge, Doom Metal und Stoner Rock. Die Bühne wirkt fast schon zu klein für die Band, die seit „Time Will Fuse ist Worth“, ihrem dritten Album, das 2006 erschien, mit zwei Schlagzeugern agiert, die teils synchron, teil zeitversetzt spielen und den Songs so noch mehr Druck verleihen. Phillip Cope und Javier Villegas postieren sich am Rand, um so Platz zu machen für Laura Pleasants, die sich an dieser exponierten Stelle zu behaupten weiß und schwer beeindruckt. Gespielt wird sowohl altes als auch neues Material, wobei der Fokus auf dem aktuellen Album, „Static Tensions“ liegt. Das Publikum dankt es mit meditativem Kopfnicken. An andere Bewegung ist in dem überhitzen Raum kaum zu denken.

TORCHE betreten im Anschluss halbnackt die Bühne und erkundigen sich erst mal, ob jemand Gras dabei hat. Nachdem das geklärt ist, feiern TORCHE zusammen mit dem Publikum eine riesige Party, mischen sich mit ihren Instrumenten unter die Fans und sorgen mit den Songs ihres „Meanderthal“ Albums für gute Stimmung. Die Masse ist begeistert und als am Schluss auch noch Tom, der Bruder des Schlagzeugers, sich wild auf dem Boden räkelt, gibt es kein Halten mehr. Die Bärtigen sind einfach immer wieder ein Garant für gute Unterhaltung.

COALESCE wirken im ersten Moment irgendwie Fehl am Platz. Soviel Gezeter und Geschrei nach all der guten Laune. Doch der Schalter ist schnell umgelegt, sind doch die meisten am heutigen Abend extra für COALESCE angereist, die auf ihren bisherigen Touren meist einen großen Bogen um Deutschland gemacht haben. Neben dem neuen „Ox“ Material werden auch ältere Songs zum Besten gegeben und sorgen für jede Menge Aktion vor der Bühne. Köln vergisst sein Style-Gelöbnis und geht ab bis auch das letzte Shirt schweißgetränkt vom Körper hängt. Manchmal ist das Leben eben einfach nur schön.

Info: www.kylesa.com

(Danni Ironfist)