ALEC EMPIRE: The Time Is Right To Fight

(21.10.2009, Köln, Underground) Am 1 Mai 1999 wurde Atari Teenage Riot auf einer Demonstration gegen die Nato Bombardierung des Kosovos festgenommen. Anlässlich des 10. Jahrestags dieser Aktion kündigte Alec Empire im Frühjahr eine besondere Tour an. Unter dem Titel „The Past – The Present – The Future Tour 2009“ wollte der Anarcho-Techno-Punk eine Art Best-Of seines Schaffens präsentieren. Ein Set mit der Spannweite aus Atari Teenage Riot Zeiten bis hin zur aktuellen EP „Shivers“. Das Besondere dabei, dass Empire seit dem Ende von ATR keine Tracks seiner alten Formation live spielte. Ein MUSS sozusagen, diesen Abend nicht zu verpassen.

Der Ankündigung im Video-Trailer folgten an diesem Abend ca. 150 Leute. Auf einen Support wurde verzichtet und so betraten um viertel nach Neun zuerst Nic Endo und anschließend Alec Empire die Bühne. Mit winkenden Gesten forderte er gleich einmal mehr Krach vom Publikum, bis Nic Endo ihre „Maschinen“ hochgefahren hatte. „The Ride“ eröffnet den Abend und das Publikum brauchte scheinbar jedoch einige Zeit um den harten und knarrenden Sound anzunehmen. Die weiblichen Zuschauer, waren da schneller bei der Sache, als die Herren der Schöpfung, die eher bei „If You Live Or Die“ und „New Man“ anfingen entsprechend abzugehen. Der Bass wuchtete und das Bühnenlicht machte einen wahnsinnig. Alec Empire Gigs sind absolut nicht für Epileptiker geeignet. „Everything Starts With A Fuck“ zeigte, wie weit Nic Endo mit ihren Equipment gehen kann. Wer keine Ohropax in den Ohren hatte, steckte sich die Finger rein oder war eh schon taub. Die Töne aus den Boxen, nahmen einem die Luft zum Atmen, ein Gefühl, dass gleich die Lunge platzt.

Nach gut 50 Minuten verlies Alec Empire und Nic Endo nach „Addicted To You“ die Bühne. „Wie war das schon alles?“ wurde diskutiert. „Das hat sich im Video-Trailer nach mehr angehört“ die Antwort. So ganz Unrecht hatten sie nicht. Zur Zugabe kam Mister Empire mit nacktem Oberkörper. „Mir ist heiß, was ist mit euch?“ fragte er die vorderen Reihen, die gespannt auf weitere Tracks warteten.  Der erste Song wurde dem verstorbenen ATR Mitglied Carl Crack gewidmet, der 2001 an den Folgen übermäßigen Drogenkonsums starb. „No Remorse“ donnert aus den Boxen. Ein wahrer ATR Klassiker – wenn man das so sagen kann. Das Publikum ging richtig ab. „Destroy 2000 Years of Culture“ folgte und lies noch einmal ATR in bester Erinnerung aufkommen. Unglaublich, dass das Album  „The Future Of War“ indiziert wurde. Aber Glück für die, die es im Original haben. 🙂 Der Zugabenteil im Zeichen der ATR Tracks war für die etwas nörgelnden Zuschauer dann doch ein versöhnlich Abschluss. Zum Schluss „Revolution Action“ von der „60 Second Wipe Out“ und ein letzter Sampler vom Track „Deutschland (Has Gotta Die!)“ mit einem abschließenden  „The time is right to fight“.

Info: www.myspace.com/alecempire

(Markus Tils)