BEASTFEST 2009

(01.11.2009, Köln, Essigfabrik) Was gibt es eigentlich schon alles? Persistance Tour, Hell On Earth, AntiDote, Never Say Die! , Give It A Name, Taste of Chaos, Darkness Over X-Mas und das Frühlingsfest der Volksmusik. Die Anzahl der Hardcore Tagesfestival scheint von Jahr zu Jahr zu wachsen. Neu in diesem Jahr die Beastfeast Tour von den Machern des Vainstream Festivals. Mit dabei: CALIBAN, SUICIDE SILENCE, MAROON, EMMURE und AFTER THE BURIAL. Auf zur Essigfabrik.

Es regnete wie Sau, so dass man sich beeilte schnellstmöglich in die Halle zukommen. Auf der Bühne wurde gerade das Equipment aufgestellt und man konnte am Banner übern Schlagzeug erkennen für wen…Alles klar. Der lokale Opener und After The Burial verpasst. Na ja, macht ja nix. Somit waren die Jungs von Emmure, die erste Band des Abends. Tja, vergoldete Zeit. Nach 2 Songs war klar, dass die Band doch recht einfallslosen und dumpfen MetalCore von sich gibt. Kaum Abwechslung! Monotoner Sound. Nee, da hätte man doch noch später kommen können.

Das tolle an diesem Tagessfestival ist, dass man direkt erkennt wer die gefragteste Band des Tages ist. Woran? Naja…man brauchte sich nur einmal am Merchstand umzuschauen. Da gingen die Shirts von Suicide Silence weg wie warme Semmeln. Deren Auftritt war auch sicher der Grund, warum viele gekommen sind. Damals, vor gut anderthalb Jahren im Kölner Underground (zusammen mit This Is Hell, PWD), waren sie noch recht unbekannt. Aber ihr aktuelles Album „No Time To Bleed“ schoss auch hier durch die Decke, dass ihre Position als Co-Headliner gerechtfertigt war. Aber zuvor waren erst einmal die Maroon dran. Die kurbelten ordentlich das Niveau des Abends um Lichtjahre voran und gaben Gas. Sie packten ihre Spielzeit gut voll und donnerten einen Track nach dem anderen heraus. So muss es sein. Mit „Wake Up In Hell“ beenden die Nordhausener ihren Gig für heute. Vom einem „Wake Up“ zum nächsten. Denn auch Suicide Silence Schreihals Mitch Lucker schreit mehrmals „Wake Up“ – passend zum Opener – in sein Mikro. Was für ein Übergang! Er keift und brüllt sich durch die Setliste und die Gitaristen schwingen ihre Matte. Der bombastische Metal Sound pustete den rund 800 Leute deftig um die Ohren. Was stellt eigentlich Shouter Mitch Lucker  mit seiner Peformance dar? Das hat was von einem Geier oder einer Krähe, die auf ihren Ass hackt… Egal, es finden die typischen Szenen eines jedes Konzertes statt. Vorne wird mit Handy und Kamera für YouTube gefilmt und direkt dahinter im Mosh-Pit abgefeiert – Circle Pit und Wall Of Death inklusive.

Bei Calibans Aufruf zur Wall Of Death stellte sich die Frage: Die wievielte Wall of Death ist das heut schon eigentlich? Aber dennoch finden sich immer genügend Leute die regelmäßig mitmachen, als wäre es die erste Wall of Death des Abends. Schließlich lautet das Credo: „No One Is Safe“. Ja, um den Hardcore-Nachwuchs muss man sich keine Sorgen machen. Um deren Outfits teilweise schon. Die Trainingsanzüge erinnerten eher an Schlafanzuge. Quasi vom Mosh-Pit direkt ins Bett – schließlich warten Mutti und Vati draußen vorm Eingang. Calibans Set war so ausgelegt, dass viel vom neuen Album gespielt wurde. So verkündete es auch Sänger Andy. „Wir sind hier um unser neues Album „Say Hello To Tragedy“ zu promoten“. Ein Mann, ein Wort. Auf Platte gelingt der cleane Gesang ja immer, live ist es auch diesmal ein zweischneidiges Schwert. Aber was soll’s. Das Gesamtprodukt wuchtet wie gewohnt aus den Boxen. Caliban sind nicht zu unrecht, die erfolgreichste MetalCore Band Deutschland. Und jegliche Abneigung gegenüber den Rurhpottlern kann man auch als Neid bezeichnen. Eindrucksvoll und leider etwas zu routiniert war der Auftritt aber dann trotzdem.

Info: www.beastfesttour.com

(Markus Tils)