RISE AGAINST: Barrikaden durchbrechend

(10.11.2009, Düsseldorf, Philippshalle) RISE AGAINST wussten an diesem Abend was das Publikum von ihnen erwartet und wie man diese Erwartungen auch erfüllt. Mit einer grandiosen Show überzeugten RISE AGAINST in der Düsseldorfer Philippshalle die Fans aus ganz Nordrhein Westfalen. Aber auch der Support war an diesem Abend schon was Besonderes bei Konzerten dieser Größenordnung. Anstatt irgendwelche Stylo-Major-Label „Newcomer“ als Support anzubiedern, waren mit Poison The Well und Thursday zwei etablierte Bands am Start, die den Reiz der „Appeal To Reason Tour“ um einiges noch erhöhten.

Den Anfang des denkwürdigen Abend gestalteten zu erst Poison The Well. Mit neuem Album „Tropic Rot“ im Gepäck lieferten sie eine energiegeladene und soundbombastische Demonstration ihrer Klasse. 30 Minuten Zeit waren es, die PTW gut nutzten, um die Stimmung einzuheizen. Nach kurzer Umbaupause betraten Thursday die Bühne. So sehr man die Platten und Tracks von Thursday vergöttert, live waren haben sie bis jetzt immer enttäuscht. Aber an diesem Abend stimmte alles und in dieser Form hatte man Thursday selbst noch nie erlebt. Der Sound kam klar rüber und die Bühne war breit genug um Sänger Geoff Rickly genügend Platz zum rumzappeln zu geben. Das Publikum war mit gerissen von der guten Leistung und auch der Kurzauftritt von Rise Against Sänger Tim McIlrath fügte sich nahtlos ein. Wären alle bisherigen Auftritte von Thursday so gut wie dieser gewesen, die Band hätte noch mehr Fans!

Gegen 22Uhr betraten die Protagonisten des Abends die Bühne. Energiegeladen und gutgelaunt eröffnen sie ihr Set mit „Collapse (Post-Amerika)“ und zogen gleich die Massen in den Bann. Im Publikum gab es kein Halten mehr und die Absperrung hatte alle größte Mühe dem Druck zu widerstehen. Der Funke war von Anfang an da und  spätestens mit „State of the Union“ und  „Long Forgotten Sons“ waren auch alle Hemmungen abgelegt und das Publikum übernahm lautstark den Refrain. Man konnte es in den Augen von Sänger Tim McIlrath sehen, wie sehr er sich über den Anblick der tobenden Masse freute. Rise Against schöpften aus dem vollem Umfang ihres Repertoires bis plötzlich nach „Drones“ ein Rowdie auf die Bühne kam und signalisierte, dass man die Show unterbrechen soll. Was war geschehen, fragten sich viele? Die Absperrung hielt den Druck nicht mehr aus und flog aus der Fassung. Safety First! Eine richtige Entscheidung, ging es doch auf der Fläche vor der Bühne richtig gut ab. Zuerst dachte man, dass das Problem schnell behoben sei und so machte Tim McIlrath  ordentlich Werbung für das neue Album von Poison The Well und heizte noch einmal für die beiden Vorbands ein. Doch bei der hantierenden Belegschaft der Security gab es noch kein grünes Licht. Rise Against verließen daraufhin die Bühne und Sänger Tim McIlrath  überbrachte Minuten später die Nachricht, dass das ganze Publikum mal eben drei große Schritte zurücktreten müsse, damit die Absperrung erneuert werden kann. Zeit, um ein Getränk zu holen. Nach einer halben Stunde konnte es dann mit „The Dirt Whispered“ weitergehen. Doch man spürte es, dass die unfreiwillige Unterbrechung dem Ganzen nicht sonderlich gut bekam. Auch wenn sich Rise Against bemühten wieder in die vorherige Stimmung zu gelangen. So richtig klappte es nicht mehr. Nach „Prayer of the Refugee“ war Zeit für den ersten Zugabeteil. Mit den beiden Balladen  „Swing Life Away“ und „Hero of War“ wurde die Stimmung wieder besser und als im zweiten Zugabeteil nach „Ready To Fall“ die Saallichter angingen, blieben an diesen Abend trotz der Panne keine Wünsche oft.