THE PRODIGY: Schweißtreibendes Spektakel

(22.11.2009, Düsseldorf, Philipshalle) Bratz- und Break-Beat, Acid, Elektro, Rock, Metal oder auf den Punkt gebracht: The Prodigy. Nach den Erfolgen in den 90er Jahren war es nach dem Album „The Fat Of The Land“ recht Stil um die Engländer geworden. Das Comeback 2004 mit „Always Outnumbered, Never Outgunned” nicht wirklich geglückt.  Umso erstaunter war man plötzlich über „Invaders Must Die“ welches am Anfang des Jahres erschien. Wie aus dem Nichts waren The Prodigy wieder Mitten drin im Geschehen. In guter Erinnerung ist ihr Auftritt beim diesjährigen Rock Am Ring geblieben, welcher zu den Highlights des Festival gehörte. Dementsprechend war das Konzert am Sonntag in der Düsseldorfer Philipshalle mit über 7000 Anwesenden fast ausverkauft.

Als Support waren die Londonder Jungs von Enter Shikari am Start! Die haben in ihrem 45minütigen Set das Publikum gut eingeheizt. Die Band wurde ziemlich vorn an den Bühnenrand platziert, da die restliche Bühne schon voll gestellt war mit dem Equipment von The Prodigy. Was bei Enter Shikari überraschte, war die Tatsache, dass sie ihren ersten Hit “ Sorry You’re not a Winner “ nicht spielten. Ja, wie? Warum? Naja, egal. Die meisten waren ja eh wegen The Prodigy hier.

Frontmann Maxim Reality, „Feuerteufel“ Keith Flint und DJ Liam Howlett, sowie Begleitschlagzeuger und Gitarristen – drehten ihre Anlage auf Anschlag. Dreimal so laut wie Enter Shikari donnerten die Beats aus den Boxen. „World’s On Fire“ – die Party konnte beginnen. Im stroboskopischen Licht tanzten Maxim und Keith und heizten das Publikum immer wieder an. „We can’t hear you!!“ Es folgte ein Best of, dass auch das Pradikat “Best of” verdiente. “Breathe”, “Omen”, “Poison” und “Firestarter”. Keine Chance mal Luft zu holen. The Prodigy gaben Vollgas. Ob völlig verstrahlt oder noch bei Verstand, die Philipshalle entwickelte sich zum größten Tanztempel Deutschlands. Der Bass wummte alles aus dem Weg. Man sehnte sich nach Wasser, welches Maxim ins Publikum schmiss während Keith seine Grimassen zog. „Voodoo People“, „Invaders Must Die“ und noch „Smash My Bitch Up“ steigerten noch einmal die phänomenale Stimmung. Auch wenn das Trio samt Begleitung danach die Bühne verließen. Es war noch lange nicht Schluss. Mit „Take Me To The Hospital“ begann der Zugabenteil. Was bei Rock Am Ring fehlte, wurde hier nachgeholt. „Out of Space“ erklingt und die leichten Reggea-Einlagen lassen Zeit zum Luftholen, um anschließend sich dem Treiben hinzugeben. Schon beeindruckend, dass die Songs aus den Neunzigern an ihrer Faszination nichts verloren haben und immer noch soviel Durchschlagskraft besitzen wie damals. „No Good (Start The Dance)”, “Their Law “und als Outro “Stand Up“ beendeten dieses schweißtreibende Spektakel. Hammer!

Info: www.theprodigy.com

(Markus Tils)