ALKALINE TRIO: Nicht perfekt, aber wohlwollend

(23.01.2010, Köln, Luxor) Erste Show im neuen Jahr und das in Köln, in der Stadt wo Alkaline Trio im Jahr 2001 ihren ersten Auftritt in Deutschland hatten. Doch diesmal ist es nicht das Underground, sondern das Luxor, welches zur exklusiven Live-Premiere des neuen Albums „This Addiction“ einlädt.

Doch das neue Album „This Addiction“ spielt an diesem Abend überraschenderweise keine große Rolle. Viel mehr ist es eine Art Best-Of, um das neue Jahr zu begrüßen. Verwundert ist man nicht wirklich, dass beim Opener und gleichnamigen Titeltrack „This Addiction“ das Publikum bereits mitsingt. MySpace oder doch vielleicht Filesharing machen dies mittlerweile möglich. Neben „This Addiction“ und dem von Dan gesungenen „Dine, Dine My Darling“ soll es auch schon genug gewesen sein vom neuen Album. Das Trio ist an diesem Abend nicht perfekt, aber mit einer Portion Selbstironie schlendern sich Matt, Dan und Derek durchs Programm. Bei technischen Pannen verlost Skibba Band T-Shirts um die Pause zu überbrücken und spricht über seine Liebe zu Deutschland und Köln.

Wir haben nie behauptet, eine perfekte Show zu spielen“, so Matt Skibba ironisch und gutgelaunt und mit einer Mütze bedenkt, sie ihn ziemlich strange hat aussehen lassen. Auch wenn an diesem Abend nicht alles Rund läuft, dem Publikum war es egal, da man „seine Band“ endlich wieder in einem kleinen Club erlebt und sich dem Trio verbunden fühlt. Gerade auch dann, wenn mit „Cringe“ ein Song von der Goddamnit Platte gespielt wird. Nicht nur bei den Klassikern wie „Private Eye“ und „Stupid Kid“ wird lauthals mitgesungen und wohlwollend in Nostalgie gebadet. Mit „Calling All Skeletons“ und „In Vein“ bedient sich Alk3 von der letzten „Agony & Irony“, kann aber den Bombast und die Atmosphäre live nicht so rüberbringen wie gewünscht. Da wirkt „Time To Waste“ im Vergleich um einiges besser. Nichtsdestotrotz muss man Alkaline Trio attestieren, dass ihre Songauswahl an diesem Abend nicht von schlechten Eltern ist, auch wenn mehr Songs vom neuen Album nicht geschadet hätten, was hier und da bemängelt wird. „Bei der nächsten Tour werden wir besser sein“, so das Credo am Ende der Show und noch einmal werden T-Shirts verlost. Mit „This Could Be Love“ und dem standardgemäßen  „Radio“ beendet das Trio den Gig und trotz diverser Schwierigkeiten verkürzt dieser Abend dann doch die Wartezeit aufs neue Alk3 Album, worauf man sich wirklich freuen darf.

Info: www.alkalinetrio.com

(Markus Tils)