DROPKICK MURPHYS / SICK OF IT ALL

(04.02.2010, Düsseldorf, Philipshalle) Fürs eigene Musikverständnis ist es schon seltsam, dass die Könige des Hardcores plötzlich als Support der Dropkick Murphys auftreten. Ist das nicht eine Form von Majestätsbeleidigung? Irgendwie schon, denkt man sich da und fährt trotzdem hin. Schließlich hat diese Kombination aus New York Hardcore und Boston Folk Punk natürlich ihren Reiz.

Es ist der letzte Abend der gemeinsamen Tournee und Sick Of It All Sänger Lou Koller hört man es förmlich an. Seine Stimme ist kratzig, seine Stimmbänder wohl extrem gereizt und kurz vorm Kollaps. Dennoch gibt er alles, schreit seine Lyrics den Düsseldorfern um die Ohren, während sein älterer Bruder Pete, wie ein Wirbelwind über die Bühne springt. Die New Yorker spielen an diesem Abend natürlich alle großen Hits wie „Step Down“, „Die Alone“ oder „Us vs. Them“. Aufgestockt wird die Setliste von zwei neuen Tracks vom im April erscheinen Album „Based On A True Story“. Die neuen Tracks klingen viel versprechend und hauen dabei ordentlich auf die Mütze und besitzen einen netten Mitgröhl-Effekt. Sick Of It All machen natürlich auch als Support eine gute Figur und zeigt, dass sie auch nach 25 Jahren Bandgeschichte, live einfach grandios sind.

„Let´s go Murphys, let´s go!“ – die fast 4000 Fans stimmen sich ein, bis um halb Zehn  Scruffy Wallace im Spotlight auf der Bühne steht und mit seinem Dudelsack die ersten Takte des irischen Kultsongs „Auld Lang Syne“ spielt. Das Bühnenbild, besteht aus großen gotischen Kathedralenfenstern und wo eigentlich der Altar steht, springt Frontmann Al Barr hervor und „Cademce To Arms“ erklingt. Bierbecher fliegen und ein pogender Pulk bildet sich vor der Bühne. „Do Or Die“, so könnte das Motto an diesem Abend sein und Düsseldorf erlebt an diesem Abend eine gut aufgelegte Band, die Motiviert ist, ihren Tourneeabschluss in Europa gebührend zu feiern. Aus dem Repertoire der Band erklingt „The State of Massachusetts“, „Buried Alive“, das irische Volkslied „The Wild Rover“ und gemeinsam mit Deadly-Sins-Sängerin Stephanie Dougherty „The Dirty Glass“. Der richtige Soundtrack für kühles Bier, welches in Massen fließt. Auf den Rängen sieht man neben feiernden bereits schlafende Fans der Bostoner. Trinkfestigkeit muss schon gegeben sein, um vollends in den Genuss des kompletten Konzertes zu kommen. 😉

Zum Finale erklingt im Zugabenteil „I’m Shipping Up To Boston“ aus dem Soundtrack zum Film „Departed“. Das Bühnenbild bricht förmlich in sich zusammen und übern Schlagzeug ziert das Logo der Murphys den Hintergrund. Symbolisch, dass die Murphys an diesem Abend die Kathedrale zum Einsturz bringen. Mit den Klassikern „Skinhead On The MBTA“ und „Boys From The Docks“ stürmt das Publikum in alter Tradition die Bühne und feiert den gebührenden Tourabschluss.
Trackliste Düsseldorf

Cadence to Arms
Do or Die
Captain Kelly’s Kitchen
The State of Massachusetts
Johnny, I Hardly Knew Ya
Your Spirit’s Alive
The Warrior’s Code
The Fighting 69th
As One
Buried Alive
Surrender
The Wild Rover
Bastards on Parade
The Dirty Glass
Time to Go
Sunshine Highway
Heroes From Our Past
The Auld Triangle
The Gauntlet
Finnegan’s Wake
Forever
21 Guitar Salute
Never Forget
Kiss Me, I’m Shitfaced

Zugabe

Barroom Hero
I’m Shipping Up to Boston
Skinhead on the MBTA
Boys on the Docks

Info: www.myspace.com/dropkickmurphyswww.myspace.com/sickofitallny

(Markus Tils)