DONOTS: Kollektiver Wahnsinn

(09.04.2010, Krefeld, Kulturfabrik) Es ist der zweite Abend der „The Long Way Home“-Tour und die Donots sind bereits total aus dem Häuschen, denn das Album verkauft sich wie warme Semmel und die Vorverkaufszahlen ihrer Tournee sind enorm und so heißt es Vielerorts: „Ausverkauft“.

Ausverkauft ist es in Krefeld zwar nicht, aber dennoch ist die Kulturfabrik sehr gut gefüllt und die Schlange vorm Eingangstor so lang, dass man sich an dem Büdchen noch einen Kaffee gönnen kann. Das Publikum ist bunt gemischt und die Alterspanne zieht sich vom Teenager bis hin zum Rentenalter. Die Vorband, Royal Republic aus Schweden, heizt unterdessen mit einer heftigen Prise Rock’n’Roll den bunten Haufen ein und erntet dafür mehr als nur standarisierten Höflichkeitsapplaus. Die Stimmung ist locker und gelöst. Feierabend und Wochenende, dazu ein Konzert! Besser geht es doch nicht, oder?

Mit dieser Einstellung werden die Donots begrüßt, die sich erst einmal an „The Way Long Home“ orientieren und mit „Changes“ und der aktuellen Single „Calling“ beginnen. Spätestens jetzt gibt es kein Halten mehr für Band und Publikum. Vor der Bühne entwickelt sich ein freudiger Pogotanz, die Party startet und fortan erlebt Krefeld das erste Donots Konzert nach 16 Jahre Bandgeschichte. Richtig gelesen! Die Donots waren zuvor noch nie in Krefeld und sind überrascht, dass selbst ein Jungegesellenabschied an diesem Abend auf ihrem Konzert gefeiert wird. Der zukünftige Gatte darf, anstatt nur von der Bühne zu springen, sich an Eikes Drumset ein wenig austoben und spielt paar Minuten mit den Donots zusammen. Band und Publikum haben dabei jede Menge Spaß und Ingo kommt aus dem Lachen kaum noch raus und bezeichnet diese Tour bereits jetzt als „kollektiver Wahnsinn“. Jan-Dirk versteht nicht, warum Bier mit Cola „Krefelder“ heißt und fordert, dass man Bier überhaupt nicht mixen soll. Was von Guido tatkräftig unterstützt wird. Eike wird zur zweiten Tochter gratuliert und Axel und Ingo schäkern ständig miteinander rum. Dabei gelingt es den Donots ihr Repertoire vielseitig zu präsentieren, legen aber mit „Forever Ends Today“, „High And Dry“, „Hello Knife“ oder „Dead Man Walking“ den Schwerpunkt aufs neue Album, bevor es zum Ende hin – und vor allem im Zugabenteil –  mit „What Ever Happened To The 80’s“, „We´re Not Gonna Take It“, „Saccharine Smile“ die alten Hits zum Vorschein kommen. Aber auch das großartige „Stop The Clocks“ von der „Coma Chameleon“, darf an diesem Abend natürlich nicht fehlen. Zur letzten Zugabe kommen nur die beiden Knollmann Geschwister auf die Bühne und performen „Superhero“ als Akustikversion bevor sie sich zum Merchstand begeben, um zusammen mit den Krefeldern ein kühles Blondes zu trinken.

Info: www.myspace.com/donots

(Markus Tils)