ALEXISONFIRE live@Hamburg

(27.06.2010, Hamburg, Grünspan) Die Kanadier sind zurück! Und zwar mit nur zwei Clubshows und einer Handvoll Festivals. Zuletzt besuchten Sie uns zur EASTPAK ANTIDOTE TOUR im Winter 2009. Spätestens mit Dallas Green neuem Soloprojekt CITY AND COLOUR entstand ein kleiner Hype um die Band. ALEXISONFIRE gehören aber (Gott sei dank) immer noch nicht zu den Mode Bands der neuen Generation aka A DAY TO REMEMBER oder FOUR YEAR STRONG. Auch wenn sie mit ihrem neuem Album „Old Crows / Young Cardinals“ eine etwas andere Schiene einschlagen als z.B. mit ihrem gleichnamigen Album oder „Watch Out!“ sind sie immer noch sie selbst geblieben und die großartige Kombination von emotionalen Gesang und kräftigen Shouts ist unverkennbar. Bei der Tour im letzten Jahr, waren es noch wenige Leute die sich im Moshpit tummelten, schließlich spielten dort auch noch Bands wie ANTI-FLAG und andere namenhafte Bands.
Allerdings wurde es damals nach ALEXISONFIRE sehr leer. Dieses Mal sollte es anders sein. Das Grünspan war gerammelt voll und das Publikum bestand ausnahmsweise mal nicht aus 14-Jährigen überstylten Emo Kindern. Das Konzert fand ohne Vorband statt. Zur Abwechslung und bei der Band auch völlig in Ordnung. George kam als erstes auf die Bühne und wer die Kanadier schon mal live erlebt hat, weiß dass er sich gerne auszieht. Spätestens nach dem zweiten Lied muss das T-Shirt weg.
Angesichts der warmen Temperaturen betrat er die Bühne diesmal gleich oben ohne. Was sofort auffällt: Der Gute hat abgespeckt! Letztes Jahr noch mit gut 10 kg oder mehr drauf, diesmal immer noch behaart wie ein Bär, aber deutlich anzüglicher. Los ging es mit dem Song „Young Cardinals“ gefolgt von „Boiled Frogs“ und „Heading fort the Sun“. Im Grunde ein guter Start für die ersten Lieder, aber dabei war es klar, dass die ersten Lieder vom neuen Album sein werden.

Das Set war sonst gut gemischt, zwar etwas mehr vom neuen Album, aber die Hits wie „This could be anywhere in the World“ oder „Accidents“ waren auf jeden Fall dabei. Dallas Stimme ist einfach großartig und vor allem bei „This could be anywhere in the world“ piepsen selbst die Männer im Publikum mit. Einfach wunderschön. Aber auch Gitarrist Wade hat eine großartige Stimme, zusammen mit George kommt dabei ein toller Mix heraus. Das Problem was leider bei jedem Konzert bisher auftrat ist der Sound. Irgendwie kriegen es die Techniker selten so hin, dass gerade Dallas‘ Stimme nicht untergeht. Oftmals viel zu leise und der Rest viel zu laut. Sodass man ganz oft kaum versteht was er überhaupt gerade singt. Die Crowd war eher mittelmäßig, wobei nicht alle Lieder zum moshen einladen. War also auch vertretbar. Letztes Lied war „Happiness by the Kilowatt“ und ein schöner Abschluss für dieses doch relativ lange Konzert mit ca. 80 Minuten. Man kann nur hoffen, dass sich die Kanadier bald wieder für eine ausgiebige Tour blicken lassen, denn zu rar sollten sie sich auch nicht machen. Post-Hardcore wie er sein soll, nicht umsonst nennen sie sich selbst: THE ONLY BAND EVER

Info: www.myspace.com/alexisonfire

(Marina Micic)