SICK OF IT ALL live@Aachen

(08.07.2010, Aachen, Musikbunker) Sick Of It All sind mal wieder auf großer Festivaltour und nutzen die Tage in der Woche, um kleinere Clubshows zu spielen. Nachdem bereits Nürnberg und Bremen die Gelegenheit bekommen hatten, stand heute Aachen auf dem Tourplan. Mit dabei waren The Ice aus Köln und Against Your Society, kurz AYS, vom Niederrhein.

Dank der örtlichen Parkplatzsituation am Musikbunker, die wirklich katastrophal ist, wird der Auftritt von The Ice bis auf den letzten Track verpasst. Schade, denn was man zuhören bekommt von den Kölnern, ist nicht schlecht. Die Umbaupause ist schleppend und die Jungs lassen es ruhig angehen. Die Temperaturen im Bunker waren auch recht angenehm. Against Your Society donnern bei ihrem Auftritt ein ordentliches Brett an die Wand, können an diesem Abend nicht wirklich überzeugen. Es ist einfach zu viel Gepose vom Frontmann. Etliche Kopfschüsse, Stinkefinger und ein aufgesetzt grimmiger Blick. Irgendwie kommt das beim Aachener Publikum, was aufgrund von Sick Of It All Bandjahren auch eine Spur älter ist, nicht so gut an.

Sick Of It All, die Könige des Hardcore, feiern ihr 25-jähriges Bestehen und haben neben ihrem aktuellen und grandiosen Album „Based On A True Story“ all ihre Klassiker mit, die sich mit genau so viel Power und Inbrunst spielen, wie damals, als diese Klassiker neu waren und wegweisend für die Hardcore Musik. Da der „Backstage“ Bereich im Musikbunker gegenüber der Bühne ist, müssen die Bands um auf ihren Arbeitsplatz zugelangen einmal durch die Menge. Dementsprechend wird eine Schneise geschlagen und wie beim Eishockey wird der Einlauf von Sick Of It All euphorisch gefeuert. Es kann also losgehen und man merkt sofort, dass Sick Of It All eine Band sind, denen der Lauf der Zeit einfach nichts anhaben kann. „Good Looking Out“! Das Getümmel vor der Bühne beginnt und die Stagediver starten ihre Rundflüge durch den Bunker. Kein Halten, alles in Bewegung und die Temperatur steigt. Man spürt förmlich die Energie die freigesetzt wird. Hier stimmt einfach alles an diesem Abend. Ein Publikum was Bock hat, eine Location, die ihren eigenen Charme besitzt und für ein intimen Rahmen steht und dazu die Beste Hardcore Band der Welt. „Why we play clubshows?“ fragt Lou Koller und gibt sich selbst die Antwort in dem er mit den Fingern aufs durchschwitzte Publikum zeigt. „This is the reason why!“ Die Band versteht es Klassiker wie „Built To Last“, “Step Down” oder den Songs aus der jüngeren Vergangenheit eine zeitlose Dynamik zu verleihen. „Death Or Jail“, „Dominated“ oder das zum Mitsingen auffordernde „Die Alone“. Die Zeit vergeht wie im Fluge und als „Scratch The Surface erklingt weiß man, dass das Ende nahe ist. Noch einmal alle Kräfte sammeln und ab dafür! Da die Band nicht mal eben von der Bühne kann, verzichtet man auf eine kleine Verschnaufpause und schiebt den Zugabenteil direkt hinterher. Zum Schluss mit „Us vs. Them“ ein letztes Highlight! Der Mob geht ab und nach 75 Minuten ist jeder im Musikbunker durchgeschwitzt und kann sich glücklich schätzen, eines der besten Sick Of It All Gigs erlebt haben zu dürfen. Der Zuschauer hat zu danken!

(Markus Tils)