JOHNOSSI: What’s The Point, Düsseldorf?

(01.02.2011, Düsseldorf, Zakk) Das Leben ist ein einziger rauschhafter Zustand. Zumindest, wenn man so einen Höhenflug hinlegt, wie die zwei Schweden John Engelbert und Ossi Bonde. Vom Geheimtipp zur großen Rocknummer! Entsprechend ist das Zakk, sowie die ganze Tour ausverkauft.

Den Auftakt macht an diesem Abend die Schwedin Britta Perrson, die eher die ruhigeren Töne anschlägt und zur Kategorie Singer/Songwritern gehört. Im Gepäck ihr neues Album „Current Affair Medium Rare“. Drei Jahre nach ihrem letzten Album zeigt sich Perrson mit ihren neuen Songs deutlich poppiger. Sie ist zwar Solo-Künstlerin, wird aber an diesem Abend begleitet von Fireside Drummer Per Nordmark. Die zwei zeigen sich als Support tapfer. Bezaubern die Zuschauer vor der Bühne mit Songs wie „Meet A Bear“ oder „Toast To M“. Solide, manchmal mit Tanzpotenzial und viel Charisma führt Britta Perrson durch ihre knapp halbe Stunde.
 
Das Publikum ist gut gemischt, die jungen kaufen sich T-Shirts von Johnossi und die ältere Generation philosophiert Bier trinkend im hinteren Teil der Halle. Die Umbaupause zieht sich, da sich das Duo richtig Zeit lässt. Die Vorfreude mischt sich mit der Angst, enttäuscht zu werden. Plötzlich geht das Licht aus, die Gespräche verstummen und ein tief brodelndes Intro erklingt, bevor Johnossi mit „Maverick“ dem Titeltrack ihres aktuellen Albums, den Abend eröffnen. Was Schlagzeuger Osso an seinem Instrument produziert, ist einfach mitreißend. Sänger und Gitarist John blickt doch relativ ernst, was sich im Laufe des Abends in ein freudestrahlendes Gesicht verwandelt. Somit weicht die anfängliche Enttäuschungsangst schon mit „Dead End“. Die Begeisterungskurve schießt spätestens nach der Hälfte des Konzertes unhaltbar in die Höhe. Vor allem, weil Johnossi ihren momentanen Hit „What’s The Point“ spielen.

John Engelbert fragt, ob die Flasche Bier eine lokale Biersorte sei und wolle nun das Altbier testen und eine ehrliche Meinung geben. Große Schlucke zischt er sich rein bevor er auch Ossi das Bier reicht. John kennt die Rivalität zwischen Düsseldorf und Köln und findet nur lobende Worte über das Altbier. Ein großes „Fuck Kölsch“ wird mit tosendem Applaus begleitet. Ob der Gute noch mal vor hat in Köln aufzutreten?

 
Das Material, aus dem überwiegend neuen Albums bestehende Set, hält die Balance zwischen Bauch und Kopf, der sich durch die klare Vorstellung der Texte gefordert sieht. Johnossi tauschen während der Show immer weiter in die Musik ein und vermitteln klar, das Bild von Musikern, für die so ein Konzert weit mehr ist als nur ein Job. Johnossi sind authentisch, ehrlich, und gnadenlos. Wenn sich John bei „Execution Song“ windet und das Publikum bei „Man Must Dance“ zum tanzen und mitsingen animiert, ist klar, dass hier ehrliche Gefühle wirken und Kritik einfach nicht möglich ist. So verlassen Johnossi mit „18 Karat Gold“ – gefeiert von den 800 Menschen im Zakk – die Bühne, kommen aber noch einmal wieder, bevor ein magisches Konzert nach 75 intensiven Minuten und dem herbeigesehnten „Roscoe“ schließlich ein Ende findet.

Info: http://www.brittapersson.com/ / www.johnossi.com

(Text & Fotos: Markus Tils)