BAD RELIGION & THE ADOLESCENTS live@Köln

(19.07.2011, Köln, E-Werk) Bad Religion zählen ohne Zweifel zu den Urvätern des US-Punkrocks. Seit ihrer Gründung 1980 haben sie die Geschicke des Genres entscheidend mitgeprägt und beweisen heute noch, wo im Punk der Hammer hängt. Letztes Jahr haben Bad Religion ihr 30-jähriges Bestehen in der Live Music Hall gefeiert, nun sollte ein Jahr später das E-Werk ein weiteres Mal Schauplatz einer großen Punkrock-Party werden.

Nicht alle konnten mit dem Namen „The Adolescents“ etwas anfangen und schauten verdutzt, als Tony Cadena & Co die Bühne betraten. Dabei waren die Herrschaften – wie Bad Religion – Anfang der 80er Jahre mit dabei, als der Grundstein für melodischen Punkrock an der Westküste gelegt wurde. Im Gepäck hatten The Adolescents ihr neustes Album „The Fastest Kid Alive“ und natürlich Klassiker von „Amoeba“ über „Kids Of The Black Hole“ bis hin zu “No Way“. Auch wenn der Anfang recht schwer war, dass Eis wurde doch noch gebrochen und je länger The Adolescents spielten, desto besser wurde die Stimmung. Aber eher man sich versah, war nach 30. Minuten auch schon Schluss und Bad Religion konnten los legen.

Vom ersten Akkord an scheint das Publikum nicht mehr zu bändigen zu sein. Greg Graffin gastierte mit seinen Mitstreiter im sehr gut besuchten E-Werk. Der 46 -Jährige Frontmann wirbelt mit seinen Armen umher und macht seine Scherze mit Bassist Jay Bentley während Brian Baker  und Greg Hetson  links und rechts der Bühne scheinbar ihr eigenes Ding durchziehen. Auch wenn Bad Religion im vorigen September ihr aktuelles und zugleich 15. Studioalbum „The Dissent of Man“ veröffentlicht haben – am euphorischsten werden die alten Songs wie „21st Century (Digital Boy)“, „Punk Rock Song“, „Recipe For Hate“, „Come Join Us“ und natürlich „Generator“ vom Kölner Publikum aufgenommen. In der Halle herrscht derweil ausgelassene Stimmung und in den ersten Reihen regiert der Pogo. Bei Bad Religion scheint es, dass je älter sie werden, sie auch die besten Live-Shows ihrer mittlerweile 31-jährigen Karriere spielen. Die Setliste war super gewählt und alles stimmte an diesem Abend. So wird der Stimmungshöhepunkt mit ihrer ersten Single „No Control“ erreicht. Und am Ende sind sowohl Bad Religion als auch viele Besucher bei den Zugaben „American Jesus“, „Infected“  und „Sorrow“ durch geschwitzt und glücklich.

(Markus A. Tils)

Info: http://www.theadolescents.net/ / www.badreligion.com