BLUE NOTE spielen SWING KIDS

(29.07.2011, Köln, Underground) Unter dem Banner „BLUE NOTE spielen Songs von SWING KIDS“ wiederholen die Macher von Avocado Booking zum 15jährigen Bestehen ihrer Agentur die erste organisierte Tour. Da Swing Kids seit dem Tod von Eric Allens nicht mehr unter dem Namen auftreten, waren es Justin Pearson, Jose Palafox, Jimmy LaVelle und John Brady die zusammen mit Nathan Joyner als Blue Note die alte Zeiten aufleben.

Die erste Band des Abends ist das französische Duo WARSAWWASRAW, die schon einen ziemlich abgefahrenen Scheiß machen. Nur mit Schlagzeug und Gitarre ausgestattet dreschen die zwei Protagonisten auf ihre Instrumente ein als gäbe es kein Morgen. Auch wenn der Schlagzeuger technisch verziert ist, schallt ein ziemlicher Krach aus den Boxen, der nicht allen gefällt.

Mit großer Erwartungshaltung stehen anschließend WOLVES LIKE US auf der Bühne. Die Norweger, die aus der Asche von Amulent und JR Ewing entstanden sind, präsentieren an diesem Abend einige Stücke ihres Debütalbums „Late Love“. Dabei ist der Sound nicht sonderlich gut und gerade bei – Social Media sei dank – dem bekanntestes Song „Deathless“, reißt Sänger Lars Kristensen auch noch die Saite, so dass die Performance völlig in die Hose geht. Trotzdem, der Sound aus Hot Water Music orientierten Post-Hardcore mit grungigem Rockelementen der Afghan Whigs ist ein schaurig düsterer und geradliniger Auftritt.

Die bunten Vögel von CEREMONY hatten ein leichtes Spiel. Das Underground ist zu diesem Zeitpunkt richtig gut gefüllt und die Stage-Diver lassen auch nicht lange auf sich warten. Mit Abstand der turbulenteste Auftritt des Abends. Anthony Anzaldo – mit der Plexiglas Gitarre – springt in regelmäßigen Abständen gegen die Wand und Sänger Ross Farrar geht vor lauter Tobsucht an seine körperliche Grenze. Ein kurzes Intermezzo den Cermony bieten. Kurz, aber intensiv.

Nun ist es Zeit für Blue Note und das jüngere macht Platz für das ältere Semester. Blue Note aka Swing Kids sind eine Band der 90er Jahre und auch wenn sie nur zwei Alben veröffentlichten, hatten sie zweifelsohne großen Einfluss auf den Hardcore dieser glorreichen und prägenden Dekade. Schließlich waren die Mitglieder von The Swing Kids anschließend in Bands wie „Unbroken“, „The Crimson Curse“, „Some Girls“, „Sweep The Leg Johnny“ oder auch „Bread and Circuits“. Es folgen perfekte Interpretationen der Klassiker von „Fake Teeth“, „Forty Three Seconds“, „Disease“ und „Intro To Photography“. Das Set lässt an diesem Abend keine Wünsche offen und die Atmosphäre stimmt. Die Herrschaften sind laut, wild und überschäumend auch, aber nie zahm. So muss es auch sein. Zu fortgeschrittener Stunde hatten es Justin Pearson & Co. dann nicht mehr leicht, denn die Menge ist von den vielen vorherigen Gruppen schon etwas geschlaucht. Unterm Strich haben Blue Notes überzeugen können und es war schön die alten Songs noch einmal live präsentiert zu bekommen.

(Markus Tils)