KETTCAR live@Köln

(04.03.2012, Köln, E-Werk) Vier Jahre ließen sich Kettcar Zeit, um mit „Zwischen den Runden“  ihr viertes Studioalbum zu veröffentlichen. Demnach ist es auch kaum überraschend, dass das Kölner E-Werk restlos ausverkauft und die Stimmung bereits vor dem Opener „Rettung“ entsprechend gut ist.

Kettcar wirken zu Beginn etwas statisch und das dunkle Bühnenlicht tut sein Übriges. Dennoch, mit „48 Stunden“, vom 2005er Album „Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen“  ist der Weg für diesen Abend dann auch geebnet. Kettcar sind Beobachter und erzählen ihre Geschichten aus dem Alltag, egal ob es sich dabei um sozialkritische oder zwischenmenschliche Themen handelt.  Texte, in denen sich das Publikum wieder findet.  So widmet Kettcar Frontmann Marcus Wiebusch „Graceland“ all denen, die auch jenseits der 35 Chucks anziehen und der Typ vom „Balkon gegenüber“ ist nicht mehr 30, sondern wird mal eben auf den aktuellen Stand gebracht und ganze zehn Jahre älter gemacht. Nichtsdestotrotz: „Man ist immer so alt, wie man sich liebt“.

Die Ballade „Balu“ wird für die „Zwischen den Runden Tour“ extra in die  Mitte des Sets gelegt und bildet einer der Höhepunkte neben „Money Left To Born“, „Stockhausen, Bill Gates und Ich“ und „Im Taxi weinen“. Dazwischen „Kommt ein Mann in die Bar“, „R.I.P“ und „In deinen Armen“, die gegenüber den älteren Stücken deutlich ruhiger sind, sich aber dennoch bestens in den Ablauf einfügen.  „Deiche“ und „Ich danke der Academy“ treffen noch einmal den Nerv des Publikums. Und das dankt es mit tosendem Applaus, nach dem die letzten Töne von „ Landungsbrücken raus“ verhallt waren. Ein toller Abend mit einer wichtigen deutschen Band.

Info: http://www.kettcar.net/

(Markus A. Tils)