PETULA live in Köln

PETULA

(24.01.2013, Köln, Die Wohngemeinschaft) Da hat die EinMannGruppe Petula ja schön was angerichtet. Ob des fantastischen „Don´t Forget Me Petula! Don´t Forget Everything, Petula!“ gibt es frenetischen Beifall von der Presse, dieses Album ist ein frühes Highlight des noch jungen Jahres. Aber die Brillanz scheint sich noch nicht ganz so vehement  rumgesprochen zu haben, denn selbst das sehr kleine Theater der Wohngemeinschaft ist nicht ganz gefüllt. Macht aber nix, die Vorfreude trübt das nicht. Im Vorprogramm tritt ein junger Songwriter mit Namen Dino Joubert auf, den kennt( noch) kein Mensch, aber dagegen kann man ja was machen, auftreten zum Beispiel. Und so singt der junge Mann merklich aufgeregt seine einfachen Lieder, die jetzt zwar nicht die Welt verändern werden, aber dazu angetan sind, sie ein kleines bisschen schöner zu machen. Mit Stimmproblemen an der Gitarre muss sich Joubert immer mal wieder rumschlagen, das ist aber nicht weiter störend, die Songs berühren trotzdem. Alles in allem eine schöne Einführung für einen Abend, an dem man viel erwartet. Und Petula wird nicht endtäuschen. Ganz langsam baut sich der Opener „SLLR“ auf, mit Unterstützung seiner Loopgerätschaften spinnt Petula ein feinmaschiges Netz, welches den Zuhörer gefangen nimmt und ihn umgarnt. Petula hat es einfach raus, Atmosphären ganz langsam zu entwickeln, Stück für Stück erhalten die Lieder eine Dichte, die man andernorts selten findet. Auch „Marry Me1“ tänzelt zunächst auf einigen Gitarrenakkorden, taucht dann aber sinister in Untiefen ab, nur um mit einem quasi euphorischen Gesangspart wieder zu erscheinen. Hier tanzt Petula in einem einzigen Song auf ganz vielen Hochzeiten, dennoch bleibt es homogen und kompakt. Zwischen den Songs gibt es immer wieder kauzige Ansagen, die der Urheber selbst als langweilig bezeichnet, aber der hat ja keine Ahnung. Im Ganzen ist das Petula-Konzert eine intime Angelegenheit, es gibt aber immer wieder Momente des Ausbruchs, so in im bescheidenen Maße pathetischen „A Circle Is A Lover´s Straight“, welches sich ebenfalls behutsam aufbaut, den Hörer an die Hand nimmt um dann in einer emotionalen Explosion zu verrauchen, „tomorrow´s just another song.“ Und wo wir gerade mal so gute Laune haben: Petula hat auch seinen eigenen Party Song dabei, den die One Man Gang mit der Stärke eines gestandenen Männerchors darbietet, das gute Stück heißt „Sing“ und zaubert einem ein breites Grinsen ins Gesicht.  Es ist im Übrigen schlichtweg beeindruckend, wie Petula mit der Kunst des Loopens virtuos umgeht, Schritt für Schritt werden ganze Songgebäude vor den staunenden Augen und Ohren des Konzertgasts errichtet, zwischen angedeutetem Stadionrock und intimen Wohnzimmer-Klängen ist da alles drin. So ist dieses Konzert ein Rundum-Glücklichpaket,  man wird auf eine musikalische Reise mitgenommen, die quer durch alle möglichen Stimmungen mäandert, und nah an der Perfektion lang wandert. Jetzt muss das aber noch ein jeder mitbekommen, also weiter sagen: PETULA!

Info: www.facebook.com/petulapetula

(Martin Makolies)