KVELERTAK live@Köln

(16.03.2013, Köln, Luxor) Die Band der Stunde! 2013 wird das Jahr für die Band aus Stavanger, die seit ihrem Debüt für Furore sorgen. Die sechs Norweger tourten mit Converge und  Comeback Kid, spielten auf Festivals wie dem Area4, Highfield und Hurricane und hinterließen mir ihrer Mischung aus druckvollen Hardcore-Punk und Black Metal ein begeistertes Publikum zurück. Selbst das ehrenwehrte Kerrang! Magazin beschrieb sie als beste norwegische Bands seit A-HA. Auch wenn man das Genrespezifisch mit Vorschicht genießen sollte. Nichtsdestotrotz, Kverlertak kassierten in ihre Heimat den Spellemann Awards als beste Newcomer und beste Rock Band. Somit verwundert es keinen, dass die heutige Show im Kölner Luxor restlos ausverkauft ist und gespannt auf die neuen Songs des Albums „Meir“ sein darf. Doch bevor Kvelertak loslegen, heizen zuvor „El Doom & The Born Electric“ und „Truckfighters“ den Laden auf Betriebstemperatur.

Ein Blick auf die Uhr verrät, dass es der Abend noch jung ist. Aber da freitags immer Disco-Betrieb im Luxor ist, stehen auch Kverlertak gegen recht früh auf der Bühne und legen mit „Spring fra livet“, vom neuen Album famos los. Spätestens jetzt gibt es kein Halten mehr und Kverlertak lassen keinen Zweifel daran, dass ihnen die Zukunft der jüngeren Metal- und Rock-Geschichte gehört. Altes und neues Material hält sich an diesem Abend die Waage. Verwunderlich ist aber, dass die neuen Songs des nahenden Albums „Meir“ wie alte Bekannte goutiert werden. Vielleicht liegt es auch daran, dass die norwegischen Texte eh keiner Versteht. Dabei heißen die Songs aus dem Norwegischen übersetzt „Blutdurst“, „Ewige Jugend“ oder „Opfernacht“.  Klingt bedrohlich und düster, wie man es von skandinavischen Metalbands her kennt, doch im Falle von Kverlertak ist alles mit einem Augenzwinger zu genießen. Ohne Verschnaufpause spielen Kverlertak einen ein Kracher nach dem anderen und Sänger Erlend Hjelvik wirkt, als wolle er sich gleich selbst in den Mosh-Pit stürzen. Was ein wenig stört ist, dass der Sound nicht allzu laut ist. Gerade in den hinteren Reihen ist fehlt der richtige Wumms. Nichtsdestotrotz werden Fäuste in die Höhe gestreckt und schwitzende Körper wuzeln sich vor der Bühne und feiern, haben Spaß und sind froh endlich wieder eine coole Rockband für sich entdeckt zu haben.

Nach einer Dreiviertelstunde Vollgas gehen die Jungs zum ersten Mal von der Bühne, kommen aber direkt zurück um mit  „Kvelertak“ und „Utrydd dei svake“ die letzten beiden Tracks des Abends zu spielen. Einige Bandmitglieder lassen sich noch auf ein kleines Crowdsurfing ein und werden vom Publikum entsprechend gebührend gefeiert. Besser kann man nicht in ein Wochenende starten.

Info: www.kvelertak.com

(Markus Tils)